Pagane Monats-, Wochen- und Feiertage

Der Zusammenhang zwischen der Natur und unseren heutigen Feiertagen liegt in den mystischen Glaubenslehren unserer als pagan bezeichneten Vergangenheit begründet.

Diesen naturverbundenen Glauben haben die jeweiligen Päpste in Rom bei der Christianisierung der keltischen und germanischen Gebiete als Paganismen größtenteils in die christliche Religionslehre übernommen. Als die Christianisierung in den germanischen und keltischen Gebieten Europas begann, konnten die Missionare die tief verwurzelten Bräuche, die das Leben der Menschen prägten, nicht unterdrücken. Man versuchte deshalb die alten Sitten mit dem christlichen Glaubensgut zu füllen und man legte in Rom fest, die heidnischen Feiertage mit den christlichen zu synchronisieren. Um dies noch weiter zu unterstützen wurden teilweise auf den alten Kultplätzen, christliche Kapellen, Kirchen und Kathedralen (je nach Größe und Bedeutung der alten Kultstätten) errichtet.

 

Es folgt eine Gegenüberstellung der „heidnischen“ Monate, Wochentage und Feiertage mit ihren heutigen Bezeichnungen:

 

Monatsname - heute

Monatsname nach
alter Benennung

Bemerkungen / Erklärungen

 

 

 

Januar

Hartung

Zeit des hartgefrorenen Schnees. „Hart“ kommt hier aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie „viel“, „sehr“ - also viel Schnee, viel Kälte u.s.w.

 

Februar

Hornung (Selle)

Zeit des „Horens“ und der Fasnacht. „Horen“ = „sich paaren“. (Bezeichnung auch SELLE – Zeit des „Gesellens“)

 

März

Lenzing

Zeit des Anfangs langer Tage, Frühlingsmonat

 

April

Ostermond

Monat der Osterzeit / Ostara - Göttin der Morgenröte und des aufsteigenden Sonnenlichts. (Bezeichnung auch SIGMOND – die Sonne siegt über die Dunkelheit)

 

Mai

Wonnemond (Mai)

Zeit der Freude und Lust, Eintritt der Sommerwonne.
„Mai“ ebenso geläufig. „Mai“ = kelto-germanisch für „jung“

 

Juni

Brachet (Pranget)

Zeit des Umbrechens der Brache. Äcker werden geschont; liegen brach. Die Natur prangt, vor allen Blumen

 

Juli

Heuert (Heumond)

auch Heumond - Zeit der Heuernte, die Wiesen werden gemäht

 

August

Ernting

Zeit  zum Einbringen der Getreideernte

 

September

Scheiding

Zeit des Scheidens, die Hochzeit des Jahres, Obsternte

 

Oktober

Gilbhard (Herbstmond)

Herbstliche Zeit des Welkens und Vergilbens in der Natur, Laubfall.

 

November

Nebelung

Zeit des nebel- und windreichen Monats, Winterbeginn

 

Dezember

Julmond

Weihnachtszeit - Zeit des Julfestes und der zwölf heiligen Weihe- oder Raunächte.

 

 

 

Wochentag - heute

Wochentag nach
alter Benennnung

Bemerkungen / Erklärungen

 

 

 

Montag

Mondtag

dem Mond geweiht

 

Dienstag

Tiestag

leitet sich von Ties, Tiu, Tyr ab, dem Germanengott der Krieger

 

Mittwoch

Wotanstag

für Odin / Wotan

 

Donnerstag

Donarstag

für Thor, dem Gott mit Blitz und Donner aus dem Hammer

 

Freitag

Frijatag

ist Freya, Frija, Frigga der Göttin für Schönheit und Liebe (Wotans Gemahlin) gewidmet; ihr Beiname im Winter ist auch Frau Berchta oder Frau Holle

 

Samstag (Sonnabend)

Sambeth

Tag für Ambeth (Ambeth´s Tag) ab.
Ambeth eine der drei Bethen (Nornen) Ambeth, Wilbeth und Borbeth

 

Sonntag

Sonnentag

der Sonne geweiht

 

 

 

 

Feiertage:

(Wobei diese Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt )

 

 

1. Februar

Imbolc – Lichtmess:

Imbolc ist ein Fest des Lichtes und wird mit Reinheit und Unschuld in Verbindung gebracht. Die Göttin Erde erwacht nach einer Phase der Ruhe durch das immer öfter scheinende Licht der Sonne. Der Frühling naht und ist fast da. Es ist der Herrschaftsantritt der weißen, jungfräulichen Göttin, die auch in der griechischen Artemis wieder zu finden ist. Ihre Pflanze, die Artemisia, besser bekannt als Beifuß, zählt schon seit der Antike zu einer der wichtigsten Hexenpflanzen. Mit ihr wurde die Wohnstube von den Geistern der langen dunklen Winterzeit gereinigt. Zu Imbolc, dem Fest des beginnenden Lichts, wird die Göttin mit einem Freudenfeuer begrüßt. Ebenso wird vielerorts eine brennende Kerze von Haus zu Haus getragen, um das Feuer der Brigid, der Göttin der Inspiration und des Lebens, ins Haus zu tragen. Es wird auch gerne orakelt, was das zukünftige Jahr bringen wird. Zeitgleich startet das Faschingstreiben, bei dem die letzten Geister des Winters quasi hinfort gelacht werden.

 

14. Februar

Valentinstag – Vali:

Fest der Familie, Vali (Sohn Odins) gilt als Beschützer der Familie und Verkünder des sich nähernden Frühlings und Ostaras, Vali verschießt Lichtstrahlen / Lichtpfeile und gilt somit auch als Liebesgott, Fest der Liebe.

 

Ostern

Oster / Ostara / Ostermond:
Der Name leitet sich von der Himmelsrichtung der aufgehende Sonne – OSTEN – ab. Am 21. März, dem Frühlingsanfang sind Tag und Nacht gleich lang. Ab dem 22. März werden die Tage allmählich wieder länger. Die Sonne siegt über die Dunkelheit – der Sommer über den Frühling. Wartet man nun noch auf den darauf folgenden Vollmond, um auch dem Mond seinen Tribut zu zollen, feiert man das Fest zwischen dem 22. März und dem 25.
April.

Das Ostarafest ist der Göttin der Morgenröte geweiht - entsprechend wird die positive Kraft des Neubeginns gefeiert. Die Begleittiere der Göttin für das erwachende Leben sind Hasen und Marienkäfer. Diese Zuordnung hat sich bis heute auch im Christentum erhalten – Osterhasen bringen Eier und Marienkäfer als Glücksbringer. Das Dunkel der Winterzeit ist nun endgültig besiegt, und allerorts regt sich Leben.

Weitere Informationen zum Ostara-Fest weiter unten
>>>

 

1. Mai

Beltaine:

Walpurgisnacht 30.4. zum 1.5. , Fest zu Ehren der Göttin Walburga, Freudenfeuer, Beltaine = leuchtendes Feuer, Feuer des Lichtgottes Belenos (Bal, Baldur), Fest der Reinigung zwischen den Feuern und Fest der Fruchtbarkeit – Maibaum;

Beltane, was „leuchtendes Feuer“ bedeutet, ist eines der vier großen heidnischen Hauptfeste. Ein Fest zum Übergangszeit vom Frühling zum Sommer. In vielen Gemeinden werden bis heute an diesem traditionellen Feiertag auf dem Dorfplatz Maibäume als Symbol der Fruchtbarkeit aufgestellt. Es wird gefeiert, getanzt und geliebt. Dies war auch der Grund, warum die christlichen Kirchenherren dieses orgiastische Freudenfest auf das Schlimmste verteufelten und strengstens verboten. Jedoch ist ihnen dies bis heute noch nicht vollständig gelungen. Maibäume stehen immer noch und die Erinnerung an „Hexentänze“ dieser Nacht werden auch weiterhin für einen Heidenspaß sorgen.

 

Pfingsten

Frühlingsthing:    

Vermutlich wurde der Zeitpunkt des Festes durch die Christianisierung nach vorne verschoben. Es ist aber auch kein genaues Datum überliefert. Zum Sommeranfang wurde ein Fest zu Ehren aller Götter gefeiert. Man hielt Gericht auf den Thingplätzen, das gesamte Volk vergnügte sich, man verglich sich im Kampf und man die jungen Männer in den Kreis der Krieger auf. Novizen erhielten die Priesterweihe.

Vergleichbar mit heutigen Frühlingsfesten auf Rummelplätzen.

 

21. Juni

Mittsommer / Brachmond – Litha – Sommersonnenwende:
der längste Tag des Jahres, die Sonne erreicht ihren Höhepunkt. Dies ist der Sommerbeginn, der längste Tag und die kürzeste Nacht. Das Fest Baldurs, abermals Feuer zu Ehren Baldurs. Wasser, das aus einer Quelle geschöpft und in dieser Nacht geweiht wird, soll mit starker, magischer Energie aufgeladen sein.

Das Fest ist aber nach Juno benannt, der römischen Göttin der Fruchtbarkeit und Namensgeberin des Monats Juni. Sie wird gerne in Liebesangelegenheiten um Hilfe gebeten. Mittsommerkräuter wie z. B. Johanniskraut, Lavendel und Margeriten werden in dieser magischen Nacht der Göttin geweiht.

 

An diesem letzten Frühlings- und ersten Sommertag erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel der Erde den höchsten Stand, danach werden die Tage wieder kürzer. Von alters her wird der längste Tag des Jahres als Fest der Sommersonnenwende gefeiert. Auch heute werden dazu noch große Feuer entzündet - Johannesfeuer genannt.
Früher glaubten die Menschen auch , dass in der kürzesten Nacht des Jahres die Götter auf die Erde kommen. Die Menschen tanzten um die Sonnwendfeuer, pflückten Heilkräuter und warfen sie in die Flammen. Girlanden aus Efeu, Johanniskraut, Schafgarbe und Wegerich sollten - um die Haustür gewunden - vor bösen Geistern schützen.

 

1. August

Lughnasad:
das erste der ursprünglichen drei Erntedankfeste, Lugh der keltische Gott des Lichts mit druidischer Weisheit. Lugh wurde christlich mit Luzifer identifiziert und Lughnasad wurde zum Tag Luzifers  Sturz in die Hölle, - somit nicht christlich als Feiertag sondern als Unglückstag ausgewiesen, die Lughnasad-Bräuche zum Lughnasad wurden auf andere Erntefeste übertragen.

 

Dieses Fest wird auch zu Ehren der großen Erdenmutter gefeiert. Bereits unsere Ahnen haben sie um reiche Ernte und um Schutz gegen Unglück, Unwetter oder Schädlinge angefleht.
Kräuterfrauen nutzen die Tage um Lughnasad zum Sammeln der Heilkräuter, die sich besonders in diesen Tagen in voller Pracht und Kraft zeigen.

 

23. September

Herbstmond – Mabon:

das zweite, vorchristliche Erntedankfest,

Mabon, Herbst-Tag- und Nachtgleiche Ein Fest des Ausgleichs und der Harmonie. Es wird zu Ehren von Ceres, der Erntegöttin, zelebriert. Die Felder sind abgeerntet, die Blätter auf den Bäumen zeigen sich im prächtigsten Farbenspiel. Überall liegen die Tische voll mit den Gaben von Mutter Erde. Um Mutter Erde zu danken, war es früher Brauch, auf den Feldern einige Ähren stehen lassen und diese mit bunten Bändern schmücken.

 

1. Sonntag im Oktober

Haust – ein Erntedankfest

 

31. Oktober /
1. November

Samhain:

Jedes Jahr in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November wird in vielen Ländern Halloween / Allerheiligen gefeiert.

 

Das heutige, US-amerikanische Halloween ist aber eigentlich ein vorchristliches Toten- und Ahnenfest. Christlich / katholisch = Allerheiligen, Allerseelen. Vergangenheit und Gegenwart verbinden sich glaubensübergreifend im Gedenken an die Ahnen. Auch die „reformierten“, evangelischen Christen wollten sich davon nicht ausschließen und ersannen den Reformationstag.

 

In dieser besonderen Nacht, in der die Schleier zwischen dem Diesseits und Jenseits, der Welt der Lebenden und der Toten, sehr dünn sind, gedenken wir bewusst der Verstorbenen und feiern ihnen zu Ehren dieses große Fest. Dunkel und Hell liegen in dieser Nacht nah beieinander. Dieser Zyklus spiegelt sich auch in der Natur wider. Nachdem uns Mutter Erde ihre Früchte geschenkt und somit das Überleben           gesichert hat, begibt sie sich zur Ruhe. In dieser dunkelsten Zeit des Jahres wird der Weg in das Reich der Unterwelt angetreten. Nun gilt es, sich auch spirituell mit den eigenen dunklen Seiten auseinanderzusetzen. Altes, Überholtes und „Totes“ loszulassen. Dies ist ein äußerst heilsamer Prozess, um aus dem unglaublichen Potenzial der verborgenen Quellen wieder neue Kraft und Energie schöpfen zu können.

 

11. November

Nebelmond:

Gedenken an die Helden, die in Kriegen gefallen sind, Gedanken um für Frieden und Freiheit zu kämpfen oder zu verteidigen, heute Martinstag und Volkstrauertag sowie Totensonntag,

 

21. Dezember

Jul / Mittwinter:

Fest zur Wintersonnenwende, die Sonne hat den südlichen Wendekreis erreicht, die längste Nacht des Jahres. Jul ist die weihevolle Nacht = Weihnachten, in der auch Baldur wiedergeboren wird, (Parallelen zum christlichen Weihnachtsfest sind unverkennbar), der Mistelzweig der Baldur den Tod brachte wird jetzt zum Heilssymbol, Licht und Wärme wird wieder kommen (viele Kerzenlichter), der Lichterbaum als immergrüner Weltenbaum, Familienfest mit Gabentausch, das 13 Tage dauert – die erste Nacht des Julfestes          und 12 weitere Tage, die stellvertretend für zwölf Monate des Jahres stehen
(heute: 24.12. bis 6.1.).

Ende und Beginn – Tod und Wiedergeburt verschmelzen miteinander.

 

Saturn, der Herr der Kälte und des Eises, tritt gemeinsam mit Percht oder Hel, der Göttin des Todes und der Unterwelt, seine Herrschaft an. Mit dieser Nacht beginnen auch die Raunächte, in denen Wotan mit seinem Gefolge - zu dem Geister, Hexen und Wölfe zählen - in "wilder Jagd" durch die Lüfte prescht.


Mehr Informationen zu Jul: = 
www.terraner.de/Jul.htm

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch:
                                        www.terraner.de/Madonnen.htm

 

 

 

 

 

 

Weitere Gedanken zu Ostara:

 

Im christlichen Kirchenjahr Ist Ostern das wichtigste Fest, Ausdruck der christlichen Urhoffnung: Vergebung der Sünden und ewiges Leben.

Wie das christliche Weihnachten ist auch Ostern verwoben mit Ritualen und Glauben unserer germanischen Vorfahren.

 

Ob der Name tatsächlich auf eine germanische Göttin Ostara zurückgeht, ist umstritten. Etymologische Untersuchungen ergaben aber, dass es sich bei Ostara um eine Gottheit des strahlenden Morgens, des aufsteigenden, Heil bringenden Lichts gehandelt haben könnte, deren Bedeutung auf das Auferstehungsfest des christlichen Gottes übertragen wurde. Ostara wird oft in Verbindung gebracht mit anderen germanischen Göttinnen. Ihr werden Attribute der Freya oder der Frigg zugeordnet, die beide Liebe und Fruchtbarkeit versinnbildlichten.

 

Zu Ostern brennen überall Osterfeuer, mitunter rollen sogar flammende Osterräder die Hügel hinunter. Beides hat seinen Ursprung in den heidnischen Traditionen der Altvorderen. Die Germanen feierten so den Einzug des Frühlings, das Wiedererwachen des Lebens, das Ende der kalten Jahreszeit. Böse Geister sollten vertrieben und Erntesegen herbeigewünscht werden. Ohne Hasen und Eier ist unser Osterfest nicht denkbar. Wieder findet sich der Ursprung in der Symbolwelt unserer Vorfahren. Der Hase ist seit alters her Bild für Fruchtbarkeit, das Ei steht für neues Leben.

 

Ostern ist das Fest der Hoffnung. Für die alten Germanen erfüllte sich die Hoffnung auf die Wiederkehr von Licht und Leben, für die Christen die Auferstehung des Heilands. An Ostern, wenn das Jahr noch Jung ist und nach und nach alles wieder in Blüte steht, wächst auch die Zuversicht auf eine bessere Zukunft.

 

Ostern, für die meisten ein paar willkommene, freie Tage. Die wenigsten wissen, was da gefeiert wird. Es gibt Erzählungen, dass der Saduzäer Jeshua aus dem altjüdischen „Heidengau“ Galiläa, den man auch Jesus nannte, vor ca. 2.000 Jahren wegen der Anmaßung, ein Gott zu sein, zum Tode verurteilt worden sein soll. Er wäre gestorben, aber wieder aufgewacht und zum Himmel aufgeflogen. Das sei die alberne, christliche Begründung für die alljährlichen Osterfeierlichkeiten.

In Wahrheit handelt es sich jedoch um eine naturreligiöse Datierung, denn sie wird am ersten Sonn(en)tag nach dem ersten Frühlingsvollmond begangen. Nach der Osterrechnung handelt es sich um ein Lichtsiegefest; Sonne und Mond müssen über die winterliche Finsternis triumphieren, dann wird Ostern gefeiert.

Aus den altnordischen Schriften (Snorri SturlusonsHeimskringla“) ist überliefert, dass das germanische Heidentum zur etwa gleichen Zeit im April das Siegfest (Sigrblót) feierte. Es war ein Sommerbegrüßungsfest, wie die Berichte erklären. Es galt der Bitte um Triumph in allen entstehenden Auseinandersetzungen des Einzelnen und der Volksgemeinschaft. Der gallogermanische Runenkalender des ODING, der um einige Jahrhunde älter ist als jede kirchenchristliche Kalendermanipulation, zeigt zu dieser Zeit die Sowilo-Rune (Sonnen-Zeichen), so dass auch aus diesem Quellenmaterial der alte Sinn des Sonnen-Siegfestes ablesbar ist.

Somit müssen sämtliche Volksbrauchtümer, die am Osterfeste haften, im Zusammenhang mit dem altgermanischen Siegfest stehen, wie: Osterfeuer, Osterhase, Eierbräuche, Osterschmäuse, Osterspaziergänge usw. Auch eine Göttin „Ostara“ ist belegt, worunter sicherlich die jugendschöne Erscheinung der Erdmutter Nertha/Gerda oder Frija verstanden wurde.

Den perversen christlichen Klamauk des römischen Blutgerichtes einer in damaliger Zeit alltäglichen Kreuzigung eines Durchgeknallten sollten sich alle geistig Saubergebliebenen aus Seele und Gedanken endlich streichen!

 

Der Osterhase gilt heute geradezu als Symboltier für das große Frühlingsfest Ostern / Ostara. Natürlich ist er, wie alle anderen deutschen Brauchtumsanteile, altheidnischen bzw. germanisch-keltischen Ursprunges.

 

Wenn also der Osterhase heute - im seit Jahrhunderten religiös zerrissenen Deutschland - allgemein bekannt ist, so ist das seit seiner gewaltsamen Verchristlichung nicht immer so gewesen. Wie es zur Heidenzeit war, entzieht sich der genauen Kenntnis. In Tirol spricht man daneben von der Ostereier legenden „Osterhenne”. In Oberbayern, Österreich, Thüringen und Schleswig-Holstein war es der Hahn, in Hannover der Fuchs, an der holländischen Grenze der Ostervogel oder Kranich. In Thüringen heißt es, der Storch sei es gewesen. In manchen Gegenden der Schweiz bringt der Kuckuck die Ostereier. In Oberbayern wurde auch vereinzelt das Osterlamm als Eierbringer bezeichnet. In den Vogesen wie auch in Kärnten sagt man: Wenn die Glocken am Gründonnerstag verstummen, sie seien nach Rom geflogen, um die Ostereier zu holen. Wenn sie am Karsamstag zurückkehren, werfen sie die Eier beim Vorüberfliegen ins Gras, wo die Kinder sie suchen müssen.

 

Wo zu Ostern bestimmte Gebäcke hergestellt werden, ist der Osterhase ungemein beliebt: Es gibt Brote und Kuchen in Gestalt eines Hasen, wobei dem Hasen häufig ein Osterei in das Hinterteil eingebacken wird. Ebenso häufig ist daneben das Osterlamm als geformtes Backwerk. Auch das Osterlamm kann nicht rein jüdisch-christlichen Ursprunges sein, denn der germanisch-heidnische Himmelsgott Tiu-Tyr wurde auch als Widder symbolisiert, was sein Sohn, den Sonnenheros, automatisch zum wahren, ursprünglichen „Lamm Gottes“ werden lässt.

 

Das Osterfest hat also einen zutiefst altdeutsch-heidnischen Ursprung als frohes Frühlingsfest.

 

Ist auch der Glaube um Jesus schlecht,

am Karfreitag trauert das Volk zurecht.

Ans Kreuz genagelt hängt der Verstand,

dem freien Geiste zur tödlichen Schand‘ !

(aus dem Gedicht „Karfreitag“ von Gerhard Hess)

 

Allen, die in diesem Sinn ihr Osterfest begehen, wünsche ich aus
altdeutsch-heidnischem Herzen
OSTERHEIL!

Elysia von Asgard

 

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Einige Gedanken zu Samhain (Halloween / Allerheiligen):

 


Hallo Wien? -  Nein HALLOWEEN  -  Die Sache mit dem Kürbis an SAMHAIN.
Am 31. Oktober, der Nacht vor Allerheiligen, ist Halloween, das in vielen Ländern gefeiert wird.

Geschnitzte und beleuchtete Kürbisköpfe werden vor Fenster und Türen gestellt, Kinder verkleiden sich mit gruseligen Kostümen, ziehen durch die Straßen und fordern lautstark "Süßes oder Saures". Dabei ist der Brauch, Halloween zu feiern, bei uns noch relativ jung. Erst in den 1990er-Jahren schwappte er aus den USA nach Europa. Aber wer hat's denn tatsächlich "erfunden"?

Das heutige, US-amerikanische Halloween ist aber eigentlich ein vorchristliches Toten- und Ahnenfest. Christlich / katholisch = Allerheiligen, Allerseelen. Vergangenheit und Gegenwart verbinden sich glaubensübergreifend im Gedenken an die Ahnen. Auch die „reformierten“, evangelischen Christen wollten sich davon nicht ausschließen und ersannen den Reformationstag.

In dieser besonderen Nacht, in der die Schleier zwischen dem Diesseits und Jenseits, der Welt der Lebenden und der Toten, sehr dünn sind, gedenken wir bewusst der Verstorbenen und feiern ihnen zu Ehren dieses große Fest. Dunkel und Hell liegen in dieser Nacht nah beieinander. Dieser Zyklus spiegelt sich auch in der Natur wider. Nachdem uns Mutter Erde ihre Früchte geschenkt und somit das Überleben gesichert hat, begibt sie sich zur Ruhe. In dieser dunkelsten Zeit des Jahres wird der Weg in das Reich der Unterwelt angetreten. Nun gilt es, sich auch spirituell mit den eigenen dunklen Seiten auseinanderzusetzen. Altes, Überholtes und „Totes“ loszulassen. Dies ist ein äußerst heilsamer Prozess, um aus dem unglaublichen Potenzial der verborgenen Quellen wieder neue Kraft und Energie schöpfen zu können.

Die Ursprünge dieses Festes liegen schon sehr lange zurück. Die Kelten feierten bereits vor 5000 Jahren das Fest Samhain, das das Ende des Sommers und den Anfang des Winters markierte. Die Kelten kannten überhaupt nur diese zwei Jahreszeiten und so war diese Jahreszeitenwende von sehr großer Bedeutung. Man glaubte, dass in dieser Nacht die Wände zu den Geisterwelten besonders dünn seien und die Toten die Möglichkeit hätten, in die Welt der Lebenden einzutreten. Um mit den Verstorbenen in Kontakt zu kommen und sie wohlwollend zu stimmen, stellte man ihnen Speisen und Getränke hin. Auf diese Weise, dachten die Kelten, könnten sie den Kontakt zu ihren Verwandten auch nach dem Tod aufrechterhalten. Die Iren wandelten diesen Brauch ab, sie fürchteten sich vor den wiederkehrenden Toten. Sie verkleideten sich mit Kostümen und schrecklichen Masken, damit die Toten und Geister sie nicht erkennen konnten und durch die Maskierung obendrein noch abgeschreckt wurden.

Wie fast alle heidnischen Feste wurde auch Samhain christianisiert. Im Jahre 837 verfügte der Papst, dass auch die Christen an Samhain die Toten ehren sollten und so konnte man in Kirchenkreisen behaupten, dass die heidnischen Bräuche erfolgreich bekämpft worden wären. Der Name Halloween entstand im 16. Jahrhundert und setzt sich aus dem Begriff "all hollowedevening" zusammen, übersetzt bedeutet das der "Abend aller Heiligen". Zwei Halloweenbräuche sind auch bei uns bekannt.

Wer kennt sie nicht, die Rüben- und Kürbisgeister, die nachts in den Fenstern und Vorgärten stehen. Der Ursprung dieses Brauchs stammt aus Irland und ihm liegt folgende Sage zu Grunde. Jack O Lantern war ein böser Mensch, der im Leben nur Schlechtes getan hatte. Einmal gelang es ihm, den Teufel gefangen zu setzen und der musste um seiner Freilassung Willen versprechen, Jack nach seinem Tode nicht in die Hölle bringen. Als Jack dann starb, konnte er auf Grund seiner Bösartigkeit nicht in den Himmel und wegen der Absprache mit dem Teufel nicht in die Hölle. So war er dazu verdammt, auf alle Ewigkeit zwischen Himmel und Hölle zu wandern. Aber der Teufel schenkte ihm ein Stück glühende Kohle, die in einer ausgehöhlten Rübe untergebracht war, damit er in seiner ewigen Dunkelheit eine Lampe hatte. So entstanden die Rüben- und Kürbisgeister, denen man im Volksmund eine geisterabschreckende Wirkung zusprach. Ein alter Brauch in Deutschen Landen ist es auch schon immer gewesen in ausgehöhlte Kürbisse eine Kerze zu stellen und diese ins Fenster, auf Grundstücks- oder gar Friedhofsmauern zu stellen, was dann einen besonderen Gruseleffekt hat.

„Trick or Treat“, der zweite sehr bekannte Brauch, hat seine Wurzeln sogar noch aus der keltischen Phase von Halloween. Damals legte man für die Geister Süßigkeiten und Getränke aus. Und die armen Leute verkleideten sich zum Teil als Geister, um sich endlich einmal satt essen zu können. Das „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ weiß zu berichten, dass die Kinder an Allerheiligen von ihren Paten mit Brot und Kuchen beschenkt werden. Sie „ziehen aber auch – wie die Armen – von Haus zu Haus, singen und empfangen ‚um der armen Seelen willen‘ Gaben an Äpfeln, Getreide, Mehl, Schmalz, Geld , vor allem aber an Brot. Und daraus entwickelte sich das heutige „Trick or Treat“, wobei verkleidete Kinder von Haustür zu Haustür ziehen und um Süßigkeiten betteln. Wenn man sich weigert, den Kindern etwas zu geben, muss man durchaus damit rechnen, dass einem ein böser Streich gespielt werden wird. Allerdings bekommt man als großzügiger Spender im Gegenzug Gedichte und Lieder vorgetragen. Wobei das Vortragen der Gedichte und Lieder in heutiger Zeit leider eher vernachlässigt bis übersehen wird.

Auch der oft gerade von kirchlicher Seite erbrachte Vorwurf, das moderne Halloween bediene okkulte und abergläubische Vorstellungen, scheint angesichts der christlichen Brauchtümer zu Allerseelen nur bedingt angebracht. Auch hier weiß das „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ Interessantes aus alter Zeit zu berichten. So sollen die Seelen der Verstorbenen in den Nächten um die Monatswende von Oktober auf November als „kleine Lichter“ umhergehen und gerade auf Friedhöfen, aber auch in und um ihre einstiges Zuhause sichtbar werden. Zu Spuk kann es laut Volksglauben selbst in der Kirche kommen, „gehen die Seelen dann doch während des Gottesdienstes mit zum und um den Altar und zum Opfer und sitzen auf der Totenbahre.“

 

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Informationen zu den auf dieser Seite genannten Göttern findet man hier:
                                                                     Einzelheiten zur großen Göttin und ihrem Begleiter

 

Zur Auswahl vorchristlicher, „heidnischer“ Kultplätze:

                                                             Auswahlseite vorchristlicher, „heidnischen“ Kultplätze

 

 

 

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