Pagane Monats-, Wochen- und Feiertage

 

Der Zusammenhang zwischen der Natur und unseren heutigen Feiertagen liegt in den mystischen Glaubenslehren unserer als pagan bezeichneten Vergangenheit begründet.

Diesen naturverbundenen Glauben haben die jeweiligen Päpste in Rom bei der Christianisierung der keltischen und germanischen Gebiete als Paganismen größtenteils in die christliche Religionslehre übernommen.

Als die Christianisierung in den germanischen und keltischen Gebieten Europas begann, konnten die Missionare die tief verwurzelten Bräuche, die das Leben der Menschen prägten, nicht unterdrücken. Man versuchte deshalb die alten Sitten mit dem christlichen Glaubensgut zu füllen und man legte in Rom fest, die heidnischen Feiertage mit den christlichen zu synchronisieren. Um dies noch weiter zu unterstützen wurden teilweise auf den alten Kultplätzen, christliche Kapellen, Kirchen und Kathedralen

(je nach Größe und Bedeutung der alten Kultstätten) errichtet.

 

Es folgt eine Gegenüberstellung der „heidnischen“ Monate, Wochentage und Feiertage mit ihren heutigen Bezeichnungen:

 

Monate:

                   Januar – Hartung                          Februar – Hornung (Selle)      März – Lenzing

                   April – Ostermond (Sigmond)   Mai – Wonnemond              Juni – Brachet (Pranget)

                   Juli – Heuert (Heumond)           August – Ernting                  September – Scheiding

                   Oktober – Gilbhard (Herbstmond)       November – Nebelung        Dezember – Julmond


                     
Januar = HARTUNG - Zeit des hartgefrorenen Schnees. „Hart“ kommt hier aus dem
                      Althochdeutschen und bedeutet soviel wie „viel“, „sehr“ - also viel Schnee, viel Kälte u.s.w.

                      Februar = HORNUNG - Zeit des „Horens“ und der Fasnacht. „Horen“ = „sich paaren“.
                      (Bezeichnung auch SELLE – Zeit des „Gesellens“)

                      März = LENZING - Zeit des Anfangs langer Tage, Frühlingsmonat.

                      April = OSTERMOND - Monat der Osterzeit / Ostara - Göttin der Morgenröte und des
                      aufsteigenden Sonnenlichts.  (Bezeichnung auch SIGMOND – die Sonne siegt über die Dunkelheit)

                      Mai = WONNEMOND - Zeit der Freude und Lust, Eintritt der Sommerwonne.
                      „Mai“ ebenso geläufig. „Mai“ = kelto-germanisch für „jung“

                      Juni = BRACHET – auch Pranget - Zeit des Umbrechens der Brache. Äcker werden geschont; liegen brach.
                      Die Natur prangt, vor allen Blumen.

                      Juli = HEUERT – auch Heumond - Zeit der Heuernte, die Wiesen werden gemäht.

                      August = ERNTING - Zeit  zum Einbringen der Getreideernte.

                      September = SCHEIDING - Zeit des Scheidens, die Hochzeit des Jahres, Obsternte.

                      Oktober = GILBHART - Herbstliche Zeit des Welkens und Vergilbens in der Natur, Laubfall.
                      (Bezeichnung auch Herbstmond)

                      November = NEBELUNG – Zeit des nebel- und windreichen Monats, Winterbeginn.

                      Dezember = JULMOND - Weihnachtszeit - Zeit des Julfestes und der zwölf heiligen
                      Weihe- oder Raunächte.

 

 

Wochentage:

 

                   Montag – Mondtag                         Dienstag – Tiestag              Mittwoch – Wotanstag

                        Donnerstag – Donarstag               Freitag – Frijatag                             Samstag – Sambeth

                        Sonntag – Sonnentag

 

            Montag ist dem Mond geweiht; Dienstag leitet sich von Ties, Tiu, Tyr ab, dem Germanengott der Krieger; Mittwoch für Odin =

            Wotan; Donnerstag gilt für Thor, dem Gott mit Blitz und Donner aus dem Hammer; Freitag ist Freya, Frija, Frigga der Göttin für

            Schönheit und Liebe (Wotans Gemahlin) gewidmet; ihr Beiname im Winter ist auch Frau Berchta oder Frau Holle);

            Samstag leitet sich vom Tag für Ambeth (´s Ambeths Tag) ab. Ambeth eine der drei Bethen (Nornen) Ambeth, Wilbeth und

            Borbeth (s. auch unten – Gedanken zu Jul); Sonntag, der Sonne geweiht.

 

 

Feiertage:          (Wobei diese Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt )

 

1. Februar / Imbolc – Lichtmess:

                        Imbolc ist ein Fest des Lichtes und wird mit Reinheit und Unschuld in Verbindung gebracht.
                        Die Göttin Erde erwacht nach einer Phase der Ruhe durch das immer öfter scheinende Licht
                        der Sonne. Der Frühling naht und ist fast da.

Es ist der Herrschaftsantritt der weißen, jungfräulichen Göttin, die auch in der griechischen
            Artemis wieder zu finden ist. Ihre Pflanze, die Artemisia, besser bekannt als Beifuß, zählt schon
            seit der Antike zu einer der wichtigsten Hexenpflanzen. Mit ihr wurde die Wohnstube von den
            Geistern der langen dunklen Winterzeit gereinigt. Zu Imbolc, dem Fest des beginnenden Lichts,
            wird die Göttin mit einem Freudenfeuer begrüßt. Ebenso wird vielerorts eine brennende Kerze
            von Haus zu Haus getragen, um das Feuer der Brigid, der Göttin der Inspiration und des Lebens,
            ins Haus zu tragen. Es wird auch gerne orakelt, was das zukünftige Jahr bringen wird. Zeitgleich

startet das Faschingstreiben, bei dem die letzten Geister des Winters quasi hinfort gelacht werden.

 

14. Februar / Valentinstag – Vali:

                        Fest der Familie, Vali (Sohn Odins) gilt als Beschützer der Familie und Verkünder des sich
                        nähernden Frühlings und Ostaras, Vali verschießt Lichtstrahlen / Lichtpfeile und gilt somit
                        auch als Liebesgott, Fest der Liebe.

 

Ostern – Oster / Ostara / Ostermond:

                        Der Name leitet sich von der Himmelsrichtung der aufgehende Sonne – OSTEN – ab.
Am 21. März, dem Frühlingsanfang sind Tag und Nacht gleich lang. Ab dem 22. März
werden die Tage allmählich wieder länger. Die Sonne siegt über die Dunkelheit – der
Sommer über den Frühling. Wartet man nun noch auf den darauf folgenden Vollmond,
um auch dem Mond seinen Tribut zu zollen, feiert man das Fest zwischen dem 22. März
und dem 25.
April.

                        Das Ostarafest ist der Göttin der Morgenröte geweiht - entsprechend wird die positive
Kraft des Neubeginns gefeiert. Die Begleittiere der Göttin für das erwachende Leben
sind Hasen und Marienkäfer. Diese Zuordnung hat sich bis heute auch im Christentum
erhalten – Osterhasen bringen Eier und Marienkäfer als Glücksbringer.
Das Dunkel der Winterzeit ist nun endgültig besiegt, und allerorts regt sich Leben.

 

1. Mai – Beltaine:

                        Walpurgisnacht 30.4. zum 1.5. , Fest zu Ehren der Göttin Walburga, Freudenfeuer,
                        Beltaine = leuchtendes Feuer, Feuer des Lichtgottes Belenos (Bal, Baldur),
                        Fest der Reinigung zwischen den Feuern und Fest der Fruchtbarkeit – Maibaum
                       

                        Beltane, was „leuchtendes Feuer“ bedeutet, ist eines der vier großen heidnischen
                        Hauptfeste. Ein Fest zum Übergangszeit vom Frühling zum Sommer. In vielen
                        Gemeinden werden bis heute an diesem traditionellen Feiertag auf dem Dorfplatz
                        Maibäume als Symbol der Fruchtbarkeit aufgestellt. Es wird gefeiert, getanzt und geliebt.
                        Dies war auch der Grund, warum die christlichen Kirchenherren dieses orgiastische
                        Freudenfest auf das Schlimmste verteufelten und strengstens verboten. Jedoch ist ihnen
                        dies bis heute noch nicht vollständig gelungen. Maibäume stehen immer noch und die

                        Erinnerung an „Hexentänze“ dieser Nacht werden auch weiterhin für einen Heidenspaß
                        sorgen.

 

Pfingsten – Frühlingsthing:        

                        Vermutlich wurde der Zeitpunkt des Festes durch die Christianisierung nach vorne
                        verschoben.             Es ist aber auch kein genaues Datum überliefert.
                        Zum Sommeranfang wurde ein Fest zu Ehren aller Götter gefeiert. Man hielt Gericht auf
                        den Thingplätzen, das gesamte Volk vergnügte sich, man verglich sich im Kampf und
                        man die jungen Männer in den Kreis der Krieger auf. Novizen erhielten die Priesterweihe.

                        Vergleichbar mit heutigen Frühlingsfesten auf Rummelplätzen.

 

21. Juni – Mittsommer / Brachmond – Litha – Sommersonnenwende:
                        der längste Tag des Jahres, die Sonne erreicht ihren Höhepunkt.
Dies ist der Sommerbeginn,
                        der längste Tag und die kürzeste Nacht. Das Fest Baldurs, abermals Feuer zu Ehren Baldurs.

                        Wasser, das aus einer Quelle geschöpft und in dieser Nacht geweiht wird, soll mit starker,
                        magischer Energie aufgeladen sein.

                        Das Fest ist aber nach Juno benannt, der römischen Göttin der Fruchtbarkeit und Namensgeberin
                        des Monats Juni. Sie wird gerne in Liebesangelegenheiten um Hilfe gebeten. Mittsommerkräuter
                        wie z. B. Johanniskraut, Lavendel und Margeriten werden in dieser magischen Nacht der Göttin
                        geweiht.

 

                        An diesem letzten Frühlings- und ersten Sommertag erreicht die Sonne auf der
                        Nordhalbkugel der Erde den höchsten Stand, danach werden die Tage wieder kürzer.
                        Von alters her wird der längste Tag des Jahres als Fest der Sommersonnenwende
                        gefeiert. Auch heute werden dazu noch große Feuer entzündet - Johannesfeuer genannt.

                        Früher glaubten die Menschen auch , dass in der kürzesten Nacht des Jahres die Götter auf die
                         Erde kommen. Die Menschen tanzten um die Sonnwendfeuer, pflückten Heilkräuter und
                        warfen sie in die Flammen. Girlanden aus Efeu, Johanniskraut, Schafgarbe und Wegerich
                        sollten - um die Haustür gewunden - vor bösen Geistern schützen.

 

1. August – Lughnasad:
                        das erste der ursprünglichen drei Erntedankfeste, Lugh der keltische Gott des Lichts mit
                        druidischer Weisheit. Lugh wurde christlich mit Luzifer identifiziert und Lughnasad wurde zum
                        Tag Luzifers  Sturz in die Hölle, - somit nicht christlich als Feiertag sondern als Unglückstag
                        ausgewiesen, die Lughnasad-Bräuche zum Lughnasad wurden auf andere Erntefeste übertragen.

 

                        Dieses Fest wird auch zu Ehren der großen Erdenmutter gefeiert. Bereits unsere Ahnen haben
                        sie um reiche Ernte und um Schutz gegen Unglück, Unwetter oder Schädlinge angefleht.

                        Kräuterfrauen nutzen die Tage um Lughnasad zum Sammeln der Heilkräuter, die sich besonders
                        in diesen Tagen in voller Pracht und Kraft zeigen.

 

23. September – Herbstmond – Mabon:

                        das zweite, vorchristliche Erntedankfest,

 

                        Mabon, Herbst-Tag- und Nachtgleiche Ein Fest des Ausgleichs und der Harmonie. Es wird zu Ehren
                        von Ceres, der Erntegöttin, zelebriert. Die Felder sind abgeerntet, die Blätter auf den Bäumen zeigen
                        sich im prächtigsten Farbenspiel. Überall liegen die Tische voll mit den Gaben von Mutter Erde.
                        Um Mutter Erde zu danken, war es früher Brauch, auf den Feldern einige Ähren stehen lassen und
                        diese mit bunten Bändern schmücken.

 

1. Sonntag im Oktober – Haust                -           Erntedankfest,

 

31. Oktober / 1. November – Samhain:

                        Heutiges, US-amerikanisches Halloween, aber eigentlich ein vorchristliches Toten- und Ahnenfest,
                        christlich / katholisch – Allerheiligen, Allerseelen,

                        Vergangenheit und Gegenwart verbinden sich im Gedenken an die Ahnen.

 

                        In dieser besonderen Nacht, in der die Schleier zwischen dem Diesseits und Jenseits, der Welt der
                        Lebenden und der Toten, sehr dünn sind, gedenken wir bewusst der Verstorbenen und feiern ihnen
                        zu Ehren dieses große Fest. Dunkel und Hell liegen in dieser Nacht nah beieinander. Dieser Zyklus
                        spiegelt sich auch in der Natur wider. Nachdem uns Mutter Erde ihre Früchte geschenkt und somit
                        das Überleben gesichert hat, begibt sie sich zur Ruhe. In dieser dunkelsten Zeit des Jahres wird der
                        Weg in das Reich von Hekate, der Göttin der Unterwelt, angetreten. Nun gilt es, sich auch spirituell
                        mit den eigenen dunklen Seiten auseinanderzusetzen. Altes, Überholtes und „Totes“ loszulassen.
                        Dies ist ein äußerst heilsamer Prozess, um aus dem unglaublichen Potenzial der verborgenen
                        Quellen wieder neue Kraft und Energie schöpfen zu können.

 

11. November – Nebelmond:

                        Gedenken an die Helden, die in Kriegen gefallen sind,

                        Gedanken um für Frieden und Freiheit zu kämpfen oder zu verteidigen,

                        heute Martinstag und Volkstrauertag sowie Totensonntag,

 

21. Dezember – Jul / Mittwinter:

                        Fest zur Wintersonnenwende, die Sonne hat den südlichen Wendekreis erreicht,
                        die längste Nacht des Jahres. Jul ist die weihevolle Nacht = Weihnachten, in der
                        auch Baldur wiedergeboren wird, (Parallelen zum christlichen Weihnachtsfest sind
                        unverkennbar), der Mistelzweig der Baldur den Tod brachte wird jetzt zum Heilssymbol,
                        Licht und Wärme wird wieder kommen (viele Kerzenlichter), der Lichterbaum als
                        immergrüner Weltenbaum, Familienfest mit Gabentausch, das 13 Tage dauert – die
                        erste Nacht des Julfestes und 12 weitere Tage, die stellvertretend für zwölf Monate
                        des Jahres stehen (heute: 24.12. bis 6.1.).

                        Ende und Beginn – Tod und Wiedergeburt verschmelzen miteinander.

 

                        Saturn, der Herr der Kälte und des Eises, tritt gemeinsam mit Percht oder Hel, der Göttin des
                        Todes und der Unterwelt, seine Herrschaft an. Mit dieser Nacht beginnen auch die Raunächte,
                        in denen Wotan mit seinem Gefolge - zu dem Geister, Hexen und Wölfe zählen - in "wilder Jagd"
                        durch die Lüfte prescht.

 

 

            Einige Gedanken zu Jul:

 

                        Die Zeit zwischen dem 21. und dem 25. Dezember war seit Urzeiten das Datum für die Sonnenwendfeiern und somit in vielen alten Kulturen von großer Bedeutung. Im

                        Unterschied zu den alten Naturreligionen gruppierte man bei Schaffung des Christentums die Symbolwelt dafür um die Gestalt eines historischen Menschen mit Namen Jesus.

                       

Das Julfest ist ein Wendepunkt, ein Anfang. An diesem Tag feiern wir die Rückkehr von Licht und Leben, denn ab jetzt werden die Tage wieder länger. Die Göttin liegt in den Wehen und bringt das Sonnenbaby zur Welt. Der Geburtstag des Sonnengottes ist der Tag des Triumphes des Lichts über die Dunkelheit. Die meisten vorchristlichen Mysterienkulte feierten die Geburt des göttlichen Kindes zur Wintersonnenwende. Somit lautet der alte Name im angelsächsischen Raum für diese Nacht "Modraniht" was Mutter-Nacht bedeutet. Welche waren alle diese geheimnisvollen Mütter, vor denen unsere Ahninnen Ehrfurcht empfanden? Die großen Göttinnen in aller Welt gebaren wie in einem einzigen göttlichen Akt eine neue Welt: Rhiannon gebiert ihren Sohn Pryderi durch Isis wird Horus wieder geboren Demeter bekommt ihre heilige Tochter Persephone die Erdgöttin schenkt Dionysos das Leben und so weiter...

 

Auch die Römer haben die Wintersonnenwende als Tag des unbesiegbaren Sonnengottes „Sol invictus“ gefeiert. Die Christen haben dies dann beibehalten und haben aus diesem Fest Weihnachten gemacht, den Tag, an dem der christliche "Sonnengott", Jesus, geboren wurde. Allerdings muss man bedenken, dass die Christen diesen Festtermin übernommen haben, indem sie die Geburt Jesu willkürlich auf die Zeit der heidnischen Mittwinterfeste verlegten. Während der ersten drei Jahrhunderte kannte die christliche Kirche den Geburtstag ihres Heilands überhaupt nicht. Im 4. Jahrhundert gab es eine lange Diskussion über ein mögliches Datum. Manche waren für den populären Tag des Koreion, an dem die Göttin in Alexandria den neuen Aion gebar. Heute heißt dieser Tag Epiphanias und ist in der armenisch-christlichen Kirche noch immer der offizielle Geburtstag von Jesus und wird in der griechisch-orthodoxen Kirche feierlicher begangen als Weihnachten.

 

Licht und Wärme, die nun kommen werden, feiern wir durch ein Feuer oder durch viel Kerzenlicht. Der Lichterbaum ist der immergrüne Weltenbaum, der nun erstrahlt. Die Figuren und Fetische, die in späteren Jahrhunderten an diese Bäume gehängt wurden, stellten den ganzen Pantheon (Gesamtheit der Gottheiten) am Weltenbaum dar. Der in Skandinavien übliche Julbock (z.B. aus Stroh) ist ein Symbol der kommenden Fruchtbarkeit und des Schutzes durch Thor, dessen heiliges Tier er ist. Weil es das Familienfest ist, bei dem auch die Ahnen dabei sind, derer man dabei gedenkt und die in der Überlieferung als Wilde Jagd mit Odin durch die Rauhnächte reiten, gehört Jul zu den wichtigsten heidnischen Festen. Als Wende des Jahres ist es sogar das wichtigste Fest, an dem alles endet und neu beginnt. Daher werden bei der Julfeier alle Feuer und Lichter gelöscht und neu entzündet. Haus und Hof werden mit Räucherwerk und Feuer gereinigt.

 

Bräuche wie Weihnachtsbäume, Lieder , Kerzen, Mistelzweige, Geschenke, Stechpalmensträucher, Feiern und Prozessionen stammen allesamt aus der vorpatriarchalen Verehrung der Göttin als Mutter des Göttlichen Kindes, wobei der Schwerpunkt dabei auf der Mutter und nicht auf dem Kind liegt. Mit der Wintersonnenwende beginnen die Rauhnächte, eine besondere Zeit. 13 heilige Nächte " Weihnächte". Beginnend mit der Mutternacht vom 24. auf den 25.12. und endend mit dem 06.01.- der sogenannten Perchtennacht. Eine besondere Nacht ist die Nacht vom 24. zum 25. 12. Sie ist die Mutternacht, Nacht der Besinnung auf unsere Ahninnen und den schützenden Geistwesen.

 

Die Frauen gingen in riesige Gräber hinein und warteten auf den ersten Sonnenstrahl. Durch die Bauart der Gräber konnte der Sonnenstrahl direkt ins Innere gelangen.

Damit hatte symbolisch das Licht die Dunkelheit beseitigt und das Leben den Tod besiegt. Am 6. Januar gab es den uralten Brauch, dass Frauen mit Weihrauch durch die Zimmer gingen und das Haus segneten. Mit weißer Kreide schrieben sie über den Türrahmen:             20 K + M + B 04

Es handelt sich um die Jahreszahl und Anfangsbuchstaben dreier heiliger Menschen. Dem heutigen katholischen Brauch nach weisen die drei Buchstaben auf 3 Männer

(die drei Weisen aus dem Morgenland) hin:    Kaspar + Melchior + Balthasar      (siehe auch Begriff „Sternsingen zum 6. Januar“).

Noch im Mittelalter bestand dieser Brauch darin, dass es die Namen von drei Heilerinnen waren:           Katharina + Margarete + Barbara . Verfolgt man die Entstehung dieses Brauchs in die heidnische Zeit, dann stößt man auf die große Erdgöttin und die „drei Bethen“ mit den Namen: Anbeth + Wilbeth + Borbeth   (für Erde + Mond + Sonne).

Als Schutzzeichen für das kommende Jahr wird also für das Haus um den Schutz von Erde, Sonne und Mond gebeten. Die drei Frauen waren in drei Farben gekleidet :

weiß + rot + schwarz. Die Farben symbolisieren wiederum die dreifaltige, große Göttin: die jungfräuliche Weiße + die reife menstruierende Rote + die schwarze Alte.

                       

In ganz Europa ist der Glaube an magische Kräfte seit Urzeiten ein fester Bestandteil der Sagen und Bräuche, die von Generation zu Generation weitererzählt wurden und bis in die Gegenwart überlebt haben. Das magische Wirken der Ahnengeister, Bergheiligen, Flussgötter, Elfen und Feen wird darin ebenso lebendig gehalten wie die Angst vor satanischen Mächten, dunklen Dämonen oder boshaften Kobolden, die nachts auf unser Schicksal Einfluss nehmen. Vorzugsweise in der »stillen« Adventzeit bevölkern so manche Spukgestalten die Nächte und haben Geister Hochsaison. Hätten Sie gewusst, dass das Fest des Jahres, nämlich Weihnachten, eine merkwürdige Symbiose mit alten Dämonen eingegangen ist?

Schon seit jeher war der Tag der Wintersonnenwende - der 25. Dezember - ein Feiertag. Der vorderasiatische Mithras-Kult feierte an diesem Tag die Geburt des Lichtgottes, der ägyptische Isis-Kult den Geburtstag des Falkengottes Horus, die Germanen das Mittwinterfest und die Römer fassten alle diese Gedenkfeiern zum »Tag des unbesiegbaren Sonnengottes« zusammen. Der Vatikan wollte diese heidnischen Riten entkräften und verlegte das Fest der Geburt Christi auf den 25. Dezember. Historisch belegt ist das keineswegs, man hat den Geburtstag auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahre 381 n. Chr. willkürlich festgelegt.

Doch der alte Glaube war zäh. Erst im 14. Jahrhundert hatte sich das Weihnachtsfest im Alpenraum durchgesetzt. Der Christbaum, das beliebteste Symbol der Weihnachtszeit, ist in Österreich erst im 19. Jahrhundert eingeführt worden. Bis dahin galt das Aufstellen und Schmücken eines Baumes aus katholischer Sicht als heidnischer Kult. Die Sitte, im Winter einen grünen Baum zu schmücken und damit die Unsterblichkeit der Natur zu verehren, reicht tatsächlich weit in die Vorgeschichte zurück. Das gilt für viele Adventbräuche, deren Herkunft kaum mehr bedacht wird. Etwa das Adventblasen. Es war ursprünglich ein Lärmzauber zur Geisterabwehr. Ebenso der Adventkranz. Er sollte nach nordischer Tradition die bösen Geister der Winterzeit abwehren. 1860 wurde der moderne Adventkranz von Johann Heinrich Wichern erfunden, besser gesagt wiederentdeckt, denn er wurde in ähnlicher Form bereits von Kelten und Germanen genutzt. Erst nach 1920 ist der evangelische Weihnachtsschmuck auch im katholischen Österreich heimisch geworden.

Aus grauer Vorzeit hinübergerettet haben sich ebenso die Rauhnächte, abgeleitet von »rau«, einer alten Bezeichnung für »wild, haarig, mit Fell bekleidet« und die Lostage. Gemeint sind Orakel- und Geisternächte, in denen sich das zukünftige Schicksal bestimmen soll. Der 30. November (heiliger Andreas) ist so ein Datum. Was wir in der Nacht zum 1. Advent träumen wird wahr.

 

In den Rauhnächten vom 24. Dezember bis zum 6. Januar hat sich in Süddeutschland und in Österreich bis heute die Tradition des Perchtenlaufens erhalten.
Perchten sind dort im alpenländischen Brauchtum und in Sagen vorkommende Gestalten. Ihr Name leitet sich vermutlich von der Sagengestalt der Perchta oder auch Berchta ab. Frau Berchta oder auch Frau Holle ist der winterliche Beiname von Wotans Gemahlin (Freya, Frija, Frigga der Göttin für Schönheit und Liebe). Vorgermanische Quellen erkennen in Frau Perchta die Verkörperung von Mutter Natur, also von Mutter Erde – eben die große Erdgöttin, die am Ende der Rauhnächte die drei Bethen (in diesem Zusammenhang auch als Wildfrauen bezeichnet) entsendet und während der eigentlichen Rauhnächtezeit die „Wilde Jagd“ gemeinsam mit den Perchten inszeniert. Frau Perchta ist eine Sagengestalt, die in verschiedener Weise in der germanischen und auch in der slawischen Mythologie bekannt ist. Der Name ist möglicherweise von althochdeutsch peraht für ‚hell, glänzend‘ abgeleitet und bedeutet demnach „Die Glänzende“.

 

Die Perchten verkörpern allgemein zwei Gruppen, die „guten“ Schönperchten, und die „bösen“ Schiechperchten (bay.: schiech, ausgesprochen schiach, betont auf i für hässlich, schlimm, böse). Wichtiges Utensil der Perchten ist eine Glocke, mit der nach allgemein gültiger Deutung der Winter – bzw. die bösen Geister des Winters – ausgetrieben werden sollen (Winteraustreiben, bzw. Austreiben des alten Jahres). Der Besuch von Perchten wird als glücksbringendes Omen hochgehalten. Lärmende Umzüge mit Masken dämonischer Weiber, heidnische Göttinnen sowie wilder und zahmer Tiere werden, gemeinsam mit anderen Sitten und Gebräuchen, zu den Kaiendenfeiern (römische-germanische Neujahrs- und Weihnachtsfeste) schon um 500 n. Chr. von Caesarius von Arles beschrieben. So wird die Percht auch, wie bereits erwähnt, mit der Wilden Jagd in Verbindung gebracht.

 

Perchten treten in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr auf um die Ernährungs-, Sauberkeits- und Arbeitsvorschriften für diese Tage zu überwachen. Während die Schiachperchten oft in großer Zahl und mit großem Gefolge in der Nacht auftreten, erscheinen die Schönperchten am Tage und wünschen den Dorfbewohnern Glück und Segen. In den einzelnen Alpenregionen haben sich für die Perchten zum Teil recht unterschiedliche Namen erhalten. Typische traditionelle Perchtengestalten sind Frau Bercht / Perchta, Bechtra, Sampa, Zamperin, Stampa, Rauweib, Pudelfrau, Lutzl (von Lucia), Hexen (Name im Salzkammergut), Bechtrababa, Baba („Hexe Percht“)
Berchtlmuada (Percht-Mutter), Zampermuada, Pudelmuatta, Berschteln oder auch Perschteln als Begleiter der Percht. Berigeln (Schiechperchten); Glöckler (Lichtgestalten, Schönperchten). Habergeiß, Hovangoas oder Hoabergoaß (vor allem in Kärnten) Hanswurst, Tamperer, Holzmandl, Moosmann/Aumann und Wurzelmann (Wald- und Erdgeister). Scheller, Schnabelpercht, Schönpercht, Vogelpercht, Tresterer. Daneben finden sich zahlreiche, nur begrenzt lokale Namensformen, die teils nur für eine Ortschaft typisch sind, und meist Bezug zu dortigen, lokalen Sagen haben. Der Holunderstrauch gilt als einer ihrer Wohn- /Aufenthaltstorte (Holuntar für Holunder ist althochdeutsch und bedeutet Baum der Frau Holle). In jedem Hollerstrauch wohnt somit der Geist der Percht.

 

In den Gebieten, wo das Perchten-Brauchtum noch gelebt wird, kann sich jeder, der Lust und Laune dazu hat, als Percht verkleiden, um dann von Haus zu Haus zu ziehen, wo ihm, je nach Laune des Besitzers, Einlass gewährt wird und er reichlich bewirtet wird - oder nicht. Als Verkleidung dienen meist alte Stofffetzen. Die Percht kontrolliert das Haus auf Sauberkeit, muss ihr Gesicht verbergen und darf kein Wort sprechen – ganz im Sinne der Sagen um Frau Perchta. Meist sind es allerdings vorbestimmte Brauchtumsgruppen, die diese Tradition oftmals auch nur noch als Touristenattraktion, praktizieren.

 

Viele Städte und Straßennamen in Europa erinnern noch heute an diese Göttin: Holland, Helsinki, Perchtoldsdorf, Berchtesgarden (Garten der Percht), Hollabrunn (Brunnen der Holle!), die Reinprechtsdorferstraße, die Prechtlgasse und der Schwarzenbergplatz (Platz der schwarzen Percht) in Wien; die Stadt Perg in Oberösterreich, deren Wappen sogar die alten Farben der dreifaltigen Göttin zeigt: weiß, rot, schwarz.

 

 

 

Einige Gedanken zu Ostara:

 

Im christlichen Kirchenjahr Ist Ostern das wichtigste Fest, Ausdruck der christlichen Urhoffnung:

Vergebung der Sünden und ewiges Leben.

Wie das christliche Weihnachten ist auch Ostern verwoben mit Ritualen und Glauben unserer germanischen Vorfahren.

Ob der Name tatsächlich auf eine germanische Göttin Ostara zurückgeht, ist umstritten. Etymologische Untersuchungen ergaben aber, dass es sich bei Ostara um eine Gottheit des strahlenden Morgens, des aufsteigenden, Heil bringenden Lichts gehandelt haben könnte, deren Bedeutung auf das Auferstehungsfest des christlichen Gottes übertragen wurde. Ostara wird oft in Verbindung gebracht mit anderen germanischen Göttinnen. Ihr werden Attribute der Freya oder der Frigg zugeordnet, die beide Liebe und Fruchtbarkeit versinnbildlichten.

Zu Ostern brennen überall Osterfeuer, mitunter rollen sogar flammende Osterräder die Hügel hinunter. Beides hat seinen Ursprung in den heidnischen Traditionen der Altvorderen. Die Germanen feierten so den Einzug des Frühlings, das Wiedererwachen des Lebens, das Ende der kalten Jahreszeit. Böse Geister sollten vertrieben und Erntesegen herbeigewünscht werden.

Ohne Hasen und Eier ist unser Osterfest nicht denkbar. Wieder findet sich der Ursprung in der Symbolwelt unserer Vorfahren. Der Hase ist seit alters her Bild für Fruchtbarkeit, das Ei steht für neues Leben.

Ostern ist das Fest der Hoffnung. Für die alten Germanen erfüllte sich die Hoffnung auf die Wiederkehr von Licht und Leben, für die Christen die Auferstehung des Heilands. An Ostern, wenn das Jahr noch Jung ist und nach und nach Alles wieder in Blüte steht, wächst auch die Zuversicht auf eine bessere Zukunft.

 

 

 

Weitere Einzelheiten zur
großen Göttin und ihrem Begleiter,
STEIN4

  Flamme5   oder zur Auswahlseite vorchristlicher, „heidnischen“ Kultplätze.   Flamme5  

 

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