BMW Z3  -  Ein Roadster auf dem Weg zum Klassiker 

 

Der BMW Z3, ein zweisitziger Roadster, wurde im Herbst 1995 von BMW am Markt eingeführt. Im Sommer 1998 wurde die Baureihe durch eine Coupé-Variante ergänzt.

Schon im April 1999 wurden Roadster wie Coupé einer Modellpflege unterzogen. Die Motorenpalette reichte von einem 1,8-Liter-Vierzylindermotor mit 85 kW (115 PS) bis zu einem 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor mit 239 kW (325 PS).

 

Das Fahrzeug wurde komplett in den USA zusammengebaut. Viele Einzelteile wurden dafür in die USA transportiert. Aber immerhin 60% der verbauten Teile  stammen aus Nordamerika.

Im gesamten Produktionszeitraum (1995 bis 2002) liefen bei der BMW US Manufacturing Company, in South Carolina 279.273 Roadster und 17.815 Coupés vom Band.

 

Der Z3 trägt die interne Bezeichnung E36/7 für den Roadster und E36/8 für das Coupé (E36/7S bzw. E36/8S für die Motorsport-Modelle). Er basiert auf der Plattform des E36 Compact und teilt sich mit ihm auch diverse Teile. Am 20. September 1995 lief der erste BMW Z3 vom Band. Er war der erste BMW, der komplett und ausschließlich außerhalb Deutschlands gebaut wurde.

 

Am 20. September 1995 lief der erste BMW Z3 vom Band. Die Produktion des Roadsters begann mit dem Vierzylindermodell Z3 Roadster 1.8 und 1.9. Diesen platzierte BMW in dem James-Bond-Film „GoldenEye“. 1996 wurde die Produktpalette durch den Z3 Roadster 2.8 mit einem Reihensechszylinder erweitert, welcher u. a. an breiteren Kotflügeln hinten und zwei Begrenzungsleuchten in der Frontstoßstange zu erkennen ist.

 

Ein Jahr später startete der Z3 M Roadster mit dem aus dem M3 der E36-Baureihe bekannten 3,2-Liter-Sechszylinder-Motor und 236 kW (321 PS). Neben einigen technischen Änderungen an Motor, Fahrwerk, Auspuffanlage, Elektrik und Karosserie brachte der M-Roadster auch einige neue optische Details. Die Spiegel, die Heckklappe und der Frontspoiler wurden verändert. Das Design der Mittelkonsole wurde überarbeitet und es wurden zusätzliche Instrumente integriert.

 

Im August 1998 wurde die Baureihe um ein Kombicoupé (Shooting-Brake) erweitert. Diese geschlossenen Fahrzeuge waren mit den bekannten Sechszylinder-Motoren ausgestattet. Sie wurden unter der Bezeichnung Z3 Coupé 2.8 (später Z3 Coupé 3.0) und M Coupé angeboten. Das Design des Coupés ist noch immer umstritten und wird abwertend auch als „Turnschuh“ bezeichnet.

 

Im Oktober 1998 bestückte BMW den Z3 Roadster 2.8 mit einem weiterentwickelten Motor. Dieser hatte zwar den gleichen Hubraum, aber nun zwei verstellbare Nockenwellen (Doppel-VANOS), so dass neben der Einlass- nun auch die Auslassventilsteuerung der Drehzahl und den Lastverhältnissen angepasst werden konnte. Diese Maßnahme brachte einen verbesserten Verlauf der Drehmomentkurve.

 

Das Stoffverdeck des BMW Z3 wird bauartbedingt beim Öffnen des Verdecks mit Heckscheibe gefaltet, so dass hier nur eine Variante aus Kunststoff verwendet werden kann. Die Scheibe ist mit einem Reißverschluss mit dem Verdeck verbunden und kann relativ schnell ausgetauscht werden. Das optionale Hardtop wurde in allen verfügbaren Fahrzeuglack-Farben angeboten.

 

1999 und 2001 wurden insgesamt neun Sondermodelle des BMW Z3 gebaut. Alle 1999er Sondermodelle verfügen über weiße Blinkerleuchten.

·                     1999: American style, Bella macchina, British traditional, Fidschi, Orinoco

·                     2001: Estoril, Imola, Kyalami, San Remo

 

American style
Dieses Modell wurde in der Sonderlackierung Velvet-Blue-Metallic ausgeliefert.
Tintenblaue Nappaleder-Türverkleidungen und zweifarbige Nappaleder-Sportsitze im M-Roadster (Tintenblau und Schwarz), bestimmen die Optik des Interieurs.

 

Bella macchina
Die Bella macchina wurde in der Farbe Schwarz-II oder Cosmosschwarz-Metallic lackiert, Die Edelholzausstattung (Platane), des Innenraums wurde mit zweifarbigen Nappaleder-Türverkleidungen und -Sitzen in den Farbtönen Modena Natur (helles beige) und Schwarz kombiniert.

 

British traditional
Das Sondermodell British traditional wurde in den Farben Dunkelgrün oder Bostongrün-Metallic lackiert. Das Interieur ist mit Edelholz (Pappel) ausgestattet. Die Türverkleidung und Sitze sind mit champagnerfarbenem Nappaleder
bezogen. Das Modell hat ein dunkelgrünes Verdeck.

 

Fidschi
Das türkisfarbene Exterieur (Sonderlackierung Fidschigrün) wurde bei diesem Modell mit einem dunkel-, und marineblauem Leder kombiniert.

 

Orinoco
Das Modell wurde mit der Sonderlackierung Orinoco-Metallic (grau-grün) ausgeliefert. Im Innenraum finden sich cremeweiße Nappaleder-Türverkleidungen und -Sitze. Der Orinoco war mit einem beigefarbenen oder schwarzen Verdeck erhältlich

 

Im Juli 2002 wurde die Produktion der Z3-Reihe eingestellt. Nachfolger wurde ab Herbst 2002 der BMW Z4.

 

 Werte in [  ] sind mit Automatikgetriebe         / (Tabelle aus Wikipedia entnommen)

 

Heute, im Jahre 2018, sind einige Z3 schon über 20 Jahre alt, aber noch immer eigentlich jung und damit auf dem Weg zum Klassiker.

Ein Roadster? – Diesen Begriff prägte BMW bereits 1956. Damals wurde der BMW 507 entwickelt und eroberte den da noch jungen Automobilmarkt.

 

           

 

Als dann der Z3 ab Mitte der 1990er Jahre auf den Straßen zu sehen war wurde man an die Zeit des 507 erinnert. An die Zeit der BMW-Roadster. Noch in den 1980gern sah ich regelmäßig einen dieser wunderschönen, historischen BMW-507-Roadster auf der Straße. Zu diesem Zeitpunkt wäre er noch – auch für mich – erschwinglich gewesen. Heute sind für einen gut erhaltenen, restaurierten BMW 507 gut 2,5 Millionen € hinzulegen. Wenn überhaupt einer verkauft wird. Er ist damit der am höchsten gehandelte „Oldtimer“ und steht im Wert noch weit über dem ebenso legendären Mercedes „Flügeltürer“ aus den 1950er Jahren, für den nur gut 1 Million gezahlt werden müsste.

 

Doch zurück zu unserem BMW Z3! - Hat er das Potential zu solch einer Legende zu werden? Nun ja, ob er an die Größe seines Ahnen 507 heranreichen wird, kann niemand voraussehen. Aber auf dem Weg zum H-Kennzeichen ist er bereits ein potentieller Kandidat für einen echten Klassiker und ist man ihn erst einmal gefahren spürt man, dass kein anderer BMW die „Freude am Fahren“ so ursprünglich verkörpert wie der Z3. Dieser BMW ist seiner Form nach schon klassisch, aber auch elegant. Seinerzeit platziert zwischen den Exoten BMW Z1 und Z8, kommt dem Z3 schon allein deshalb bereits heute die Rolle eines Klassikers zu. Der Z3 war bis 2002 in Produktion und die Ersatzteilelage ist dementsprechend noch sehr gut. Dank des Gleicheteileprinzips zur BMW 3er-Reihe E36 kann man auf ein breites Angebot zurückgreifen. Da BMW seit einigen Jahren es nicht versäumt, so wie leider einige andere Automobilhersteller, auch an die Teileversorgung der Klassiker zu denken, ist auch in kommenden Jahrzehnten eine sicherlich sehr gute Teileversorgung in allen Bereichen gegeben.

 

Alle Voraussetzungen ein echter Klassiker zu werden sind also bereits erfüllt. Noch gibt es scheckheftgepflegte Exemplare im „Prospekt-Zustand“ zu einem annehmbaren Preis. Die Situation am Markt scheint bereits so zu sein, dass der Preis sich stabilisiert, also nicht mehr fällt, aber auch noch nicht stark anzieht. Also auch die Wertentwicklung nach oben noch aussteht.

Fazit? – Jetzt BMW Z3 kaufen! Und genau das werde ich in den nächsten Monaten tun.

 

JKS © / 05.2018