Begriffserklärungen, zum Verständnis
der deutschen Sprache.
„Des Volkes Seele lebt in seiner Sprache.“
(Felix
Dahn / 1834-1912) Dies ist ein Satz, den wir uns heute wieder
unbedingt zu Herzen nehmen sollten.
Für manche Leute
ist in diesem Land die englische Sprache wichtiger geworden als die eigene,
angestammte Muttersprache DEUTSCH. Somit haben diese Leute offenbar Probleme
bestimmte Dinge richtig zu verstehen und zu bezeichnen. Viele meinen durch
diese Vorgehensweise ihr Verständnis eines globalen Spielers (Globalplayer) zum
Ausdruck bringen zu müssen. So kommen dann Wortprägungen zustande, die von
wieder (leider sehr vielen) anderen, nicht selbst denkenden Menschen einfach
übernommen werden - wie bei spielenden Kindern (Globalplayers?). Fragen Sie mal
in London oder New York, (natürlich in englischer Sprache) ob Ihnen jemand sein
„Handy“ borgen kann. Niemand wird Sie verstehen, weil es das Wort
„Handy“ im Englischen einfach nicht gibt. Das hierzulande mit diesem, nur
englisch klingenden Begriff bezeichnete Gerät, heißt eigentlich Mobilfunktelefon
und wird in England und auch in den USA nur - „mobile phone“
oder seltener „celluar phone“
genannt. Erklärungsnot erhalten diese Leute besonders dann, wenn sie den
Unterschied zwischen ihrem „Handy“ und einem schnurlosen Festnetztelefon in
englischer Sprache erklären sollen – beide Geräte sind schnurlos und beide
werden in der Hand gehalten. Na und nun? – Nichts mit Handy!
Das ist nur ein
Beispiel dafür, wie schnell Begriffe allgemein übernommen
werden ohne über deren eigentlichen Sinn und deren wahrer Bedeutung
nachzudenken. Sogenannte Anglizismen und erst recht keine neuen englisch
klingenden Wortschöpfungen, haben in unserer und in keiner Sprache etwas zu
suchen. Sie fördern nur das Unverständnis der eigenen, deutschen Sprache,
die bei richtigem Verständnis viel wortreicher ist, als die meisten anderen
Sprachen der Welt. Vielleicht sollten einige Bundesdeutsche Staatsbürger lieber
mal wieder ihre bereits vorhandene Sprache pflegen (lernen), als mit Ausdrücken
um sich zu werfen, von denen sie noch nicht einmal wissen, woher diese
überhaupt kommen und ob es diese Worte überhaupt gibt.
Vor diesem Hintergrund sind für mich bestimmte öffentliche Äußerungen einzelner Politiker nicht nachvollziehbar und belegen nur die Richtigkeit der hier gerade vorgetragenen These:
Was soll
beispielsweise der Streit um Bezeichnungen wie Gastarbeiter oder Fremdarbeiter?
Was ein Arbeiter ist, ist hoffentlich allen (auch Politikern) klar.
Aber die Bezeichnungen
Fremd- und / oder Gastarbeiter führen in diesem Land seit einiger Zeit (oder
eigentlich schon länger)
zu Irritationen und Verwechslungen. Dabei unterscheidet die Deutsche Sprache
diese Begriffe genau.
Ein Gast ist jemand, der kommt zu Besuch. Man unterhält sich mit ihm, man sitzt mit ihm zusammen, man scherzt zusammen, man isst zusammen und unternimmt die unterschiedlichsten Dinge. Aber am Ende geht dieser Gast wieder nach Hause.
So sollte das auch mit Gastarbeitern sein.
Ein Gastarbeiter ist also jemand, der eine gewisse Zeit hier arbeitet und dann wieder nach Hause geht.
Danach ist ein Fremdarbeiter also jemand, der dauerhaft oder zumindest für längere Zeit da bleibt um zu arbeiten.
Beide Begriffe sagen nichts darüber aus, dass einem der beiden Arbeiter mehr Sympathie und Freundschaft entgegengebracht wird, als dem anderen Arbeiter.
So einfach
kann Deutsche Sprache sein, wenn sie vergangenheitsneutral und frei
von jeder parteiideologischen, Auslegung verwendet wird. Aber die
„Professionellen Vergangenheitsbewältiger“ in unserem Land haben es sich
offensichtlich zur Aufgabe gemacht, Probleme herbeizureden, die eigentlich gar
nicht da sind. Das lenkt ja auch prima von den wahren Problemaufgaben ab, die
tatsächlich gelöst werden müssen, um das Land wieder voran zu bringen.
Anerzogene, eingeimpfte Blockaden behindern
manchmal das Denken.
Verwendet man in Gesprächen die Begriffe
„Ausländer“ (statt neuerdings „Immigranten“ oder „Migranten“), „Multikulti“
oder gar das Wort „Volksgemeinschaft“, wird man von vielen Leuten sofort als
ausländerfeindlicher „Rechter“ oder gar als „Nazi“ eingestuft.
Die Meinungszensoren in den Parteien und den
Medien haben es geschafft, vielen Menschen Denkblockaden einzuimpfen, wenn solche
Begriffe fallen. In Wahrheit sind
gerade volks- und nationalbewusste Menschen nicht „ausländerfeindlich“,
weil sie die Kultur und das Volkstum aller Völker achten und die Dinge erhalten
möchten, die unter dem Begriff „Multikulti“ heute nur überall zerstört werden.
Nämlich die Eigenständigkeit gesunder und nach ihrer Art lebender Völker, die
in ihrer durch die eigene, individuelle Vergangenheit geprägten
Volksgemeinschaft nach ihrem eigenen Glauben und ihren eigenen Regeln bestehen.
Runzelt jemand die Stirn, wenn Sie diesen
Begriff benutzen, verweisen Sie als selbstständig denkender Mensch auf den von
vielen geehrten polnischen, inzwischen verstorbenen Papst Johannes Paul II. Der
erkannte in seiner Enzyklika Laborem exercens vom 4. September 1981: „Die Volksgemeinschaft ist
nicht nur die große, wenn auch indirekte „Erzieherin“ jedes Menschen, sondern
auch eine große historische und soziale Inkarnation der Arbeit aller
Generationen. All das bewirkt, daß der Mensch seine
tiefste menschliche Identität mit der Zugehörigkeit zu einer Nation verbindet.“
Lassen
Sie sich also nicht länger einschüchtern!
Ganz ähnlich
verhält es sich mit dem Begriff „rechts“ bzw. „links“,
aber auch hier unterscheidet die Deutsche Sprache sehr genau und deutlich.
Es folgt eine
kleine Begriffsbestimmung für alle die vergessen haben, mit welchen Begriffen
und Eigenschaften
die unterschiedlichen Seiten im allgemeinen Sprachgebrauch assoziiert werden (s. auch Duden und / oder Lexikon):
Links Rechts
negativ positiv
linkisch richtig
ungerade gerade
falsch redlich
krumm gradlinig
unrecht gerecht
dunkel rechtlich
verlogen aufrecht
gelinkt berechtigt
ungewandt rechtzeitig
link rechtmäßig
rechtschaffend
„linker“
Marxismus
„linker“
Kommunismus
Rechtsstaat
Recht
und Gesetz
Auch die
christliche Bibel macht hier klare Unterscheidungen:
Beim Jüngsten Gericht befinden sich die Verdammten auf
der linken Seite und die Gerechten auf der rechten Seite.
Wie
man das nun politisch ins rechte Bild
rückt, muss jeder für sich selbst entscheiden!
Genauso
ist es auch mit der Berufsbezeichnung Bundeskanzler.
Seit der Wahl von Frau Dr. Merkel durch den neuen Bundestag fragen sich manche
Leute ernsthaft ob Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin richtig sei?
Nach
der Deutschen Sprache wird durch die Bezeichnung Bundeskanzlerin Merkel keine
Anredeform gewählt. Es ist also unhöflich.
Schreibt man aber Frau Bundeskanzlerin Merkel (oder später vielleicht mal einen anderen Namen statt Merkel) hat man zwei weibliche Merkmale verwendet. Auch diese Form ist eigentlich nicht richtig. Also bleibt nur Frau Bundeskanzler.
Das deckt sich übrigens auch mit dem Grundgesetz - dort wird nur vom Bundeskanzler gesprochen.
Im
Übrigen wird dieses heranhängen von "in" oder Mehrzahl
"innen" (ganz Verrückte schreiben ja auch .../ Innen) erst seit
einigen Jahren und auch nur im deutschsprachigen Raum verwendet. Andere kennen
in ihrer Sprache keine ähnliche Form der doppelten Weiblichkeitsdarstellung.
Die
Vogelgrippe macht Schlagzeilen in den Medien und die Berichterstattung darüber
verunsichert manchen Zeitungsleser, Radiohörer und Fernsehzuschauer auch in
sprachlicher Hinsicht: Mal heißt es in den Nachrichten "der Virus",
mal "das Virus". Was ist nun korrekt? In der Sprachberatung des Duden
(www.Duden.de)
kann man dazu folgendes nachlesen:
Der
Virus oder das Virus? Offenbar ist bei einem Virus das Geschlecht ebenso
wandelbar wie seine Oberflächenstruktur.
Und
richtig: Ein Virus ist nicht nur in medizinischer, sondern auch in sprachlicher
Hinsicht ein Verwandlungskünstler.
Als
Fachbegriff fand besagter Krankheitserreger zunächst als "das Virus"
Eingang in die deutsche Sprache. Das ist typisch für bildungssprachliche
Entlehnungen: Sie behalten zunächst ihr ursprüngliches Geschlecht bei.
Mediziner und Seuchenspezialisten verwendeten "Virus" also als
Substantiv sächlichen Geschlechts und blieben damit sehr nahe am lateinischen
Ursprung: Mit dem sächlichen Hauptwort "Virus" bezeichneten die alten
Römer Schleim, Saft oder Gift.
Doch
wie ein Virus passt sich auch eine bildungssprachliche Entlehnung allmählich an
ihre neue Umgebung an. Je häufiger sie in der Alltagssprache verwendet wird,
desto eher wird ihr Geschlecht dem angepasst, was gewohnt und üblich klingt. Da
Substantive auf "-us" meist männlich sind,
wurde "das Virus" allmählich zu "der Virus". Heute
existieren in der Alltagssprache beide Formen nebeneinander und beide gelten
als korrekt. In der Fachsprache dagegen blieb es bei der ursprünglichen
sächlichen Form: das Virus.
Neben
richtiger Schreib- und Ausdrucksweise gilt es aber die so genannten Anglizismen
unbedingt abzuschaffen.
Versuchen
Sie doch einfach mal in ihrem Umfeld die englischen Begriffe durch deutsche
Worte zu ersetzen, denn für jedes englische Wort gibt es mindestens auch eins
in Deutsch. Auch wenn es anfangs sicherlich schwer ist, werden sie bemerken,
dass sie schon nach kurzer Zeit eine gewisse Routine entwickeln, die Ihnen zur
deutschen Sprache und damit einer allgemein (auch im Ausland) verständlichen
Ausdrucksform für alle Bevölkerungsgruppen verhilft. Niemand erlernt eine
Sprache vollständig. Nur mit Worten der eigenen "Muttersprache" findet
man für jede Situation entsprechend unmissverständliche Umschreibungen in allen
notwendigen Nuancen. Erst wenn man im Ausland damit auf Probleme stößt und
keine berufsmäßigen Dolmetscher greifbar sind, kann man sich immer noch in der
jeweiligen Landessprache oder in Englisch versuchen. Für den deutschsprachigen
Raum, sollte immer auch Deutsch als erste Sprache Verwendung finden. Wer mit
der eigenen Sprache kreativ umgeht und Anglizismen so spielerisch durch neue,
kurze Begriffe ersetzt, wird vielleicht auch neue deutsche Worte prägen, die
sich unter Umständen dann auch bald durchsetzten.
Sagen
Sie z. B. nicht attachment sondern Beilage oder
Anlage (je nach Verwendung); oder lieber herunterladen oder laden anstatt
downloaden. Nahezu gruselig ist die Sprachverdrehung wenn man deutsch und
englisch mischt und sich dabei noch besondern modern und sprachgewandt vorkommt
- so z. B. "die Datei wurde downgeloaded",
besser und richtig ist hier "die Datei wurde heruntergeladen". Denn
die Beugung mit "ge" gibt es nun mal nur im
Deutschen. Zu vermeiden sind allerdings in bestimmten Fällen wörtliche
Übersetzungen. So ist beispielsweise die Homepage etwas anderes als eine
Heimatseite. Aus Homepage könnte man Leitseite machen und kommt so zur
eigentlichen Bedeutung, während eine Heimatseite nur eine Seite über die Heimat
sein kann.
Oder
kennen Sie die Millionenshow, die eigentlich eine Millionenschau ist, geleitet
von einem Showmaster, der ein Moderator ist. Wird sie Schau von der
Klassenlotterie gepowered - oder von der Klassenlotterie unterstützt?
Auch
einige Werbefachleute wollen seit einiger Zeit besonders schlau sein und
vermarkten deutsche Produkte (Namen wird hier nicht genannt, da der
Terra-Kurier werbefrei bleibt) in Österreich unter einem englischen
Namen. Kein französischen oder englischer Hersteller
würde derartiges umsetzen und unter einem wie auch immer schlecht übersetzen
oder völlig anderen Namen seine Produkte anbieten.
Sie kennen die Redewendung "das macht Sinn". Auch hier liegt ein falsch eingedeutschter Anglizismus zu Grunde. Aus "It makes sense" im Original wurde bei der ursprünglichen Wort zu Wort-Übersetzung vergessen, dass es im Deutschen "das ist sinnvoll" oder "das ist sinnlos" heißt, denn Sinn wird nicht "gemacht". So werden viele Worte mit falschem Wortsinn unüberlegt übernommen. Wie z. B. Agenda, wenn man Tagesordnung meint und vergisst, dass Agenda eigentlich ein Merkbuch ist. Schlechten Sprachgebrauch dokumentiert man auch, wenn man Administration für Regierung verwendet. So ist die Bush- Administration in den USA zwar die Bush-Regierung, aber Administration im Deutschen bedeutet Verwaltung und ist damit etwas anderes als Regierung.
Wehren
Sie sich gegen Blüten wie dieser bei einer Fernseh-Sportberichterstattung im
letzten Winter: „Unsere Down Hill Ladies haben heute einen special
Speed.“ Nur noch die Verbindungsworte in Deutsch - grauenvoll.
Werden
Sie sich der Anglizismen bewusst und übernehmen Sie diese nicht mehr kritiklos
und unüberlegt. Noch ist Deutsch unsere offizielle „Amtssprache“. Also:
Unterhaltung nicht entertainment; Einkauf statt shopping; Kurzmeldung statt news flash; Kinder nicht Kids; die Reihe ließe sich noch
beliebig fortsetzen.
Da
diese Seite zur Zeit nur im Internetz zu finden ist und somit einen Bezug zu
Rechnern hat, möchte ich abschließend noch einige Begriffe für den Bereich IT
(Informationstechnologie) oder der EDV (elektronische Datenverarbeitung), die
übrigens von Konrad Zuse bereits
nicht ... sondern
... / nicht
... sondern ...
backup
Sicherheitskopie backslash umgekehrter
Schrägstrich
booten hochfahren oder
neu starten cache Zwischenspeicher
CD-ROM Silberscheibe compiler Übersetzer
Computer Rechner cursor Schreibmarke,
Zeiger
desktop Arbeitsplatz
directory Verzeichnis,
Ordner
(disk) drive (Platten-) Laufwerk display Anzeige,
Bildschirm
driver Treiber
downloaden
herunterladen
einscannen einlesen, abtasten e-mail e-Post oder e-Brief
error Fehler file Datei,
Akte, Verzeichnis
framework Rahmen
fullscreen Vollbild
harddisk Festplatte
homepage Leitseile,
Startseite
icon Zeichen,
Symbol interface Schnittstelle,
Anschluss
Internet Internetz, Weltnetz keyboard Tastatur
link Verknüpfung,
(Quer)verweis manual Handbuch,
Anleitung
monitor Bildschirm mouse Maus,
Zeiger
network Netz,
Netzwerk operating system Betriebssystem
pass-word Passwort, Kennwort plotten zeichnen,
ausdrucken
plotter Zeichner,
Grossbilddrucker printer Drucker
provider Versorger,
Anbieter scanner Einleser, Abtaster,
screen Bildschirm slash Schrägstrich
software engineering Programmtechnologie,
Softwaretechnologie
toner Druckerfarbe user Benutzer,
Anwender
user-id Benutzerkennung
utility Hilfsprogramm
Nur Mut, es geht, man muss nur erst einmal damit beginnen.
Viel Erfolg!
Begegnen Sie Menschen, die z. B. das Wort Rechner für
Computer als „Verhunzung der Begriffdarstellung“ ansehen mit der Darstellung
der historischen Entwicklung von Rechneranlagen.
Der Erfinder des Rechners (Computers) war ein Deutscher, nämlich Konrad
Zuse. Die Z3 von 1941 war der erste funktionstüchtige Digitalrechner. Zuse
hatte die elektronische Rechenanlage bereits1933 erfunden. Die Grundbausteine
von 1933 sind bis heute die gleichen geblieben: Zentraleinheit und Rechenwerk,
Hauptspeicher, Massendatenspeicher, Ein- und Ausgabegeräte und Peripherie.
Außerdem hat Zuse 1942 bis 1946 auch die erste höhere Programmiersprache der
Welt namens „Plankalkül“ erfunden. Zuse selbst nannte den Rechner
selbstverständlich „Rechner“. Dies ist also in Wirklichkeit die ursprüngliche
Bezeichnung, nicht etwa ein späterer krampfhafter Eindeutschungsversuch.
„Computer“ (lateinisch „computator“) heißt auf deutsch auch nichts anderes als „Rechner“. Das Wort
„Rechner“ greift nicht etwa zu kurz, denn alles, was der Computer ausspuckt,
ist das Ergebnis einer Rechenleistung. Das Wort „Computer“ hat im Deutschen den
Nachteil, dass es anders geschrieben als gesprochen wird. Das Wort „Rechner“
gibt dem deutschen Muttersprachler nicht nur eine wichtige Auskunft darüber,
was das Gerät tut – so glauben manche tatsächlich, dass der Rechner nicht
rechnet, wenn man mit ihm zum Beispiel Texte verarbeitet -, sondern erlaubt
auch die sinnvolle geistige Erschließung einer ganzen Wortfamilie. Dies
erleichtert Außenstehenden - besonders Kindern und Älteren - das Verständnis
für die Technik: Großrechner (statt Mainframe Computer), Arbeitsplatzrechner
(statt Personal Computer), Klapprechner (statt Laptop oder Notebook),
Leichtrechner (statt Netbook), Rechnerverbund (statt
Computer-Cluster). Der Laie wird nicht durch eine Mauer von Fachausdrücken
ferngehalten. Mit der englischsprachigen Bezeichnung dieses Alltagsgegenstands
brennt sich in unser Unterbewusstsein ein, dass der technische Fortschritt aus
Amerika kommt. Der massenhafte Gebrauch entbehrlicher Anglizismen führt jedoch
zu einem Unterlegenheits - und
Minderwertigkeitsgefühl, das schädlich ist für die Weiterentwicklung der eigenen Sprache und Kultur.
Auch
außerhalb der elektronischen Rechnerwelt lassen sich für alles Erdenkliche
deutsche Begriffe verwenden, ohne diese mit Englisch vermischen zu mischen. So
ist ein „Job“ immer noch eine Arbeitsstelle oder ein Arbeitsplatz, oder auch
einfach nur ein ausgeübter Beruf. Es heißt nicht „Team“, sondern Mannschaft
oder Arbeitsgruppe, nicht „Ticket“, sondern Fahrkarte, Flugkarte, Eintrittskarte
(alle drei Begriffe sind viel präziser und unmissverständlich) oder einfach nur
Karte. Jemand leistet keinen „Service“, sondern übt eine Dienstleistung aus
oder eben einen Dienst. Was ist schon ein „Airport“ gegen einen Flughafen und
ein „Bodyguard“ gegen einen Leibwächter.
Englische Synonyme
sind selten treffend, oft unverständlich und manchmal auch lächerlich. Trotzdem
tauchen sie in vielen Texten regelmäßig auf. Ein Verzicht auf diese ärgerlichen
Ersatzwörter ist durchaus fast immer angebracht. Wann also sind Anglizismen
angebracht? Erstens wenn sie eine Bereicherung des Deutschen darstellen. Das
ist dann der Fall, wenn sie eine Wortlücke schließen, falls es also tatsächlich
keine deutsche Entsprechung mit eben dieser Bedeutung geben sollte. Beispiele
hierfür sind: Jeans (klingt einfach besser als Niethose), Design, Trend, Couch,
Pullover, fair. Zweitens sind Anglizismen dort vertretbar, wo sie im
allgemeinen Sprachgebrauch seit langem gleichberechtigt mit deutschen
Entsprechungen verwendet werden: Team für Mannschaft, Blazer für sportliches
Jackett, Lift für Fahrstuhl.
Absolut Überflüssig
sind Anglizismen aber, wenn sie ein gebräuchliches und verständliches deutsches
Wort verdrängen sollen. Der Verein Deutsche Sprache geht hier von einer
80-Prozent-Quote aus, acht von zehn Anglizismen sind danach also entbehrlich.
Fluggesellschaft und Billigflieger sind doch wohl deutlicher als Airline und
Low-Cost-Carrier. Statt
Highlight heißt es auf gut Deutsch Höhepunkt, statt Feedback einfach
Rückmeldung, statt Meeting bleibt es beim Treffen, aus Run muss wieder Ansturm
werden, ein Store ist ein Laden, ein Geschäft. Auch das Sandwich ist nur eine
Klappstulle. Der Counter ist ein Tresen oder ein Schalter. Ein Swimmingpool ist
doch wohl ein Schwimmbecken? Was ist ein after work club ? ? Gemeint ist einfach ein Feierabendtreff. Was spricht
gegen die Bezeichnung Prallkissen für Airbag? Bungee Jumping oder für jeden verständlich Gummiseilspringen?
Lesen Sie oder Ihre Kinder manchmal Bildergeschichten oder Comics? Ein T-Shirt
ist ein T-förmig geschnittenes
Hemd ? also ein
T-Hemd. Ein Barbecue bleibt ein Grillfest. Ich arbeite im Berliner
Stadtzentrum, einige meiner Kollegen die im selben Gebäude sind arbeiten aber
in der Berliner City. Auf der Funkausstellung war jede Menge Spitzentechnik
(High Tech) zu bewundern. Auch ein "post it ?
Zettel" ist nur ein Haftnotiz-Zettel. Kaufen Sie am Auskunftsschalter
lieber eine Bahnkarte oder am Service-Point eine BahnCard?
Aber für viele ist
die Deutsche Sprache eben leider kein "Verkaufsschlager"
(Bestseller) mehr. Von
Globalisierungsfreunden hört man oft, Anglizismen seien modern, ein Beweis für
Weltoffenheit. Doch ist es wirklich modern, Begriffe zu benutzen, die ein nicht
geringer Teil der Bevölkerung auf Anhieb gar nicht versteht? - Nein. Es ist
überheblich. Hier wird modern mit dem Hereinfallen auf eine Sprachmasche
verwechselt. Auch das Argument der angeblichen Weltoffenheit zieht nicht,
schließlich sind deutschsprachige Texte trotz Globalisierung für
deutschsprachige Leser verfasst und nicht für englischsprachige ? wem also soll
mit Anglizismen Weltoffenheit bewiesen werden? Den Engländern und Amerikanern,
die deutsche Texte gar nicht lesen? Wohl kaum. Kurz: Von sprachlichen Einzelfällen
abgesehen sind Anglizismen also Bockmist (für Unverbesserliche = bullshit).
Wussten Sie schon, dass es weltweit ca. 6000
Sprachen gibt und Deutsch die zweithäufigste Sprache im Internetz ist.
Warum wollen unsere Politiker Deutschkurse
für Ausländer erzwingen, wenn gleichzeitig in deutschen Betrieben
Englischkurse zwingend sind und Abteilungsbezeichnungen und Betriebsrichtlinien
nur noch in englischer Sprache existieren?
Auch unsere Politversager reden mehr und mehr
ein Sprachkauderwelsch als wirkliches Deutsch. Hoffen unsere politischen
Debattenführer, aus den neuen, eingedeutschten Bürgern bessere Deutsche zu
machen, als sie selbst es sind?
Warum fangen die nicht selbst erst einmal mit
einem Deutschkurs an?
Selbstverständlich ist es erforderlich von
Integrationswilligen die Beherrschung der deutschen Sprache zu verlangen und zawr in Wort und Schrift. Aber dieses Verlangen wirkt
seitens der Politiker zutiefst unehrlich und anmaßend, wenn ein
Ministerpräsident im Südwesten (und andere sich ihm in seinem Sinne
anschließen) erklärt, dass Deutsch nur eine Feierabend-, Freizeit- und
Familiensprache ist. Wobei noch anzumerken wäre, das ein Deutsch wie er es in
seinem Dialekt spricht, eigentlich nicht die Bezeichnung deutsch verdient, da
es eben nur ein Dialekt ist. Ein Dialekt wiederum ist dann tatsächlich eine
Feierabend-, Freizeit- und Familiensprache. Sollte ein Ministerpräsident hier
einige Begriffe verwechseln oder kann er nicht anders, weil er Angst davor hat
den Menschen die Wahrheit zu sagen, was er tatsächlich denkt und unter welchen
Zwängen er steht. Die Glaubwürdigkeit dieser Debattenführer gewänne wesentlich,
wenn die Wortführer dabei zunächst ihr eigenes Verhältnis zu unserer
Landessprache und somit unserer Muttersprache klären würden.
Eine große Mehrheit der Deutschen ist übrigens nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ gegen die Benutzung modischer Anglizismen. Zwei Drittel lehnen englische Wörter, die etwa in der Werbung oder in den Medien auftauchen, weitgehend ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Magazins. Auf noch deutlichere Ablehnung stießen deutsch-englische Mischwörter wie „brainstormen“ oder „Automaten Guide“; aber auch rein englische Wortschöpfungen wie „no-go-areas“ wurden für die Verwendung in Deutschland abgelehnt. 74 Prozent der Befragten waren laut Spiegel der Meinung, man sollte diese Wortbildungen vermeiden bzw. abschaffen und nicht verwenden.
In Deutschland gilt sprachlich also immer
noch „nachdenken“, „Automaten-Handbuch“ und „Verbotszonen“, um die o. g.
Begriffe noch schnell klarzustellen.
Noch mehr interessante Informationen und
verrückte Negativbeispiele zum Thema Anglizismen findet man auch hier: http://www.deutsche-sprachwelt.de/
.
Gehen
Sie einkaufen? - Oder gehen Sie shoppen?
Ich
jedenfalls gehe einkaufen und daran wird sich niemals etwas ändern, denn
shoppen gehen kann ich nicht, da es dieses Wort überhaupt nicht gibt. Kein
Engländer und kein US Amerikaner würden sich einen derartigen Schwachsinn
ausdenken, nur um modern oder „global“ zu klingen. Die gehen immer noch zum shopping - auch daran werden die nichts ändern. Schon gar
nicht dann, wenn übereifrige Deutsche, die ihre eigene Sprache leugnen, diese
Worte erfunden haben.
Dies
ist nur ein Beispiel, das in der letzten Zeit häufig benutzt wird, aber deshalb
trotzdem dadurch nicht richtig wird.
Dann
lieber reine Anglizismen - also ich gehe zum shopping.
- Ist zwar auch fürchterlich, aber zumindest kein reiner, babylonischer
Sprachenmischmasch.
Die
Endung „en" ist in der englischen Sprache in diesem Zusammenhang nun mal
unbekannt, dafür hat man dort „ing“. Wer dies nicht
beachtet und hierbei wahlweise mischt, beherrscht keine der beiden Sprachen und
sollte lieber schweigen.
Wenn
Sie also künftig zum Beispiel im Radio wieder diesen Unsinn ertragen sollen,
schalten Sie einfach einen anderen Sender ein oder ganz aus. Wenn denen niemand
mehr zuhört, werden die irgendwann auch mal wieder begreifen, wie man
sprachlich vernünftig moderiert.
Kürzlich
habe ich eine Bäckerei entdeckt, die den Namen „Backman“
trägt. Kaufen demnach viele ihre Brötchen beim Hintermann? Absoluter
Schwachsinn wie es schlimmer nicht mehr geht. Noch schlimmer ist, das dieser
Laden tatsächlich Umsatz macht und nicht von der Bevölkerung wegen
Volksverdummung und Sprachverdrehung gemieden wird. Acuh
an solchen Dingen zeichnet sich der Verfall ab. Niemand widerspricht derartigem
Unsinn und alles wird kritiklos akzeptiert.
Deutsche Sprache –
differenziert und humorvoll

Quelle: Deutsche
Sprachwelt - Ausgabe 27 /Frühling 2007 bzw. im Internetz unter http://www.deutsche-sprachwelt.de/
Am besten ist es, die
Fragen und die Antworten auszudrucken / zu kopieren und im Freundeskreis einmal
abzufragen! Viel Spaß.
Zum Vorwurf, Sprachwahrung sei „rechtslastig“
…
…
und wird nur von „ewig gestrigen“ praktiziert gibt es einen sehr guten,
interessanten Artikel in der Zeitung „Deutsche Sprachwelt“ / Ausgabe 29 vom
Herbst 2007, dem nichts
hinzuzufügen ist. Den Artikel lesen Sie
hier: >>> Schweigen der Lemminge <<< Die Sprachwelt findet man im Internetz unter http://www.deutsche-sprachwelt.de/
Manchmal haben auch die „etablierten Medien“ gute Artikel, die
durchaus lesenswert sind.
Bei Welt.de, wo man
derartiges eigentlich nicht erwartet, habe ich den nachstehenden Text gefunden:
Weiß jemand, was rezützelte Weinflaschen sind oder gezanzelte
Flüge?
Brauchen wir Beauty-Bereiche und
Back-Shops?
Ein Plädoyer für klares Deutsch
und den Verzicht auf englisch-deutsche Sprachpanschereien.
In Funk und Fernsehen, in der
Alltagssprache und in Zeitungen ist immer häufiger Denglisch zu vernehmen oder
zu lesen. Das Wort bezeichnet jenes Kauderwelsch, in dem deutsche und englische
Wortbestandteile zu einem holprigen Neusprech zusammengerührt werden. Denglisch
bezieht sich einerseits auf Wortschöpfungen, um die es in dieser Kolumne geht,
aber auch auf Redewendungen – damit wird sich die nächste Sprachkolumne
beschäftigen.
Als Begriff hat es Denglisch
sogar schon in den „Duden“ geschafft. Dort wird er so erklärt: „Abwertend für
deutsch mit (zu) vielen englischen Ausdrücken vermischt.“ Das erste Wort der
Definition sagt bereits alles: abwertend! Denglisch ist also etwas Negatives,
das es zu vermeiden gilt.
Trotzdem taucht es immer wieder
in Zeitungsberichten auf. Mal werden Flüge gecancelt und leere Weinflaschen
recycelt, mal ist Maybritt Illner eine besonders toughe Moderatorin, mal wird der Nachwuchs gepampert und eine Datei downgeloadet,
mal ist die Hotelbar total spacig durchdesignt und
mit hippen Möbeln eingerichtet.
Solche
Wortschöpfungen, in denen das englische Original deutsch gebeugt wird, klingen
grauenhaft, und sie sorgen für unnötige Verwirrung. Weil der englische Stamm
des Wortes auch für des Englischen Kundige oft gar nicht auf den ersten Blick
erkennbar ist – bei spacig könnte man genauso gut einen Tippfehler vermuten und
sich fragen, ob es nicht richtigerweise „spaßig“ heißen müsste, gecancelt
wiederum lässt an das deutsche „abgekanzelt“ denken, was aber etwas völlig
anderes bedeutet. Und müssen nicht Wörter, die deutsch dekliniert sind,
eigentlich auch deutsch geschrieben werden? Dann hieße es gezanzelt
und rezützelt, aber was mag sich dahinter verbergen?
Derlei Probleme lassen sich ganz
einfach umgehen: Indem der Autor auf denglische Wortschöpfungen verzichtet –
und zwar auch dann, wenn sie im „Duden“ stehen (wie tough,
chillen, hippe, canceln, recyceln). Und indem er
stattdessen auf deutsche Wörter zurückgreift. Schon stolpert kein Leser mehr,
weil der gecancelte Flug nunmehr „gestrichen“ ist, weil die recycelte Flasche
genauso gut „wiederverwertet“ werden kann, weil die toughe
Moderatorin eigentlich bloß „durchsetzungsfähig“ ist, weil die gepamperten Kinder „verwöhnt“ werden (und nicht etwa
Windeln verpasst bekommen, was man bei diesem kruden Denglizismus
auch vermuten könnte), weil die downgeloadete Datei
auch einfach „heruntergeladen“ werden kann, weil die spacige Hotelbar
„futuristisch gestaltet“ und mit „modernen, zeitgemäßen“ (statt hippen) Möbeln
ausgestattet ist.
Wir sehen: Zum Sprachpansch gibt
es durchaus eine sinnvolle Alternative - die
deutsche Sprache.
Quelle:
http://www.welt.de/vermischtes/article1366422/Warum_Denglisch_Sprachmuell_ist.html
Dem ist soweit nichts hinzu zu fügen.
Aber vor dem
Hintergrund, dass immer wieder versucht wird die Deutsche Sprache zu
verunglimpfen gilt es sprachpolitische Forderungen zu stellen:
1. Deutsch muss im öffentlichen Raum die vorrangige
Sprache sein.
2. Die
Unterrichtssprache in Schulen und Hochschulen ist Deutsch. Deutsch muss
nationale Wissenschaftssprache sein.
3. Die deutsche
Rechtschreibung muss einheitlich geregelt sein.
4. Deutsch muss in
der Europäischen Union Arbeits- und Veröffentlichungssprache sein.
5. Die-deutschen
Mundarten und-die
deutsche Schrift sind besonders
zu schützen.
6. Die
Beherrschung der deutschen Sprache ist Voraussetzung für Einbürgerung und
langfristigen Aufenthalt.
7. Bildung und
Familie müssen gefördert werden, um die deutsche Sprache zu stärken.
8. Die deutsche
Sprache muss auch im Ausland gefordert werden.
9. Die deutsche
Sprache ist vor politischem Missbrauch zu schützen.
Mehr dazu auch auf der Internetzseite www.deutsche-sprachwelt.de/forderungen.shtml
Auch
in Österreich gibt es noch genügend vernünftig denkende Menschen, die versuchen
dem Sprachmischmach entgegen zu wirken. In den Bad Kleinkirchheimer Nachrichten
(Jahrgang 30 – Folge 83) vom August 2009 habe ich dazu einen hervorragenden
Artikel gefunden, den ich hier für die Leser des Terra-Kurier und die Besucher
bei Terraner.de wiedergebe.
Anfang
Zitat BKK-Nachrichten:
Supergeil
statt einfach schön
„Die Sprache verrät den Menschen dahinter“ ist einer der
Kernsätze der Kommunikation. Wie einer redet und welche Worte einer verwendet,
sagt viel von seiner Herkunft, seiner Bildung und den inneren Seelenzuständen,
Die letzte große Analyse unserer Alltagssprache zeigt, dass die alten
Grußformeln durch kurze international bekannte Wörter abgelöst werden. So sagt
man statt dem „Grüß dich“ nunmehr „Hi“ und „HaIl und
verabschiedet sich mit „Ciao“. Das alte Wort „Pfiat
dich“, das sich als Kurzformel von „Gott behüte dich“ ableitet, hat unseren
Sprachgebrauch großteils verlassen.
Die Sprache im Allgemeinen beunruhigt mehr .und mehr und
überhaupt: Als aufmerksamer Zuhörer bleibt einem manchmal der Mund offen, wenn
man im Umgang miteinander häufig nur Worte aus dem Tierreich findet – und das oft
schon im Kindesalter. Oder die Eindeutschung und die vielen Anglizismen, wo
sich z. B. die „Kids“ bei „Events“ treffen, wo es „supergeil“ und „saustark“
zugeht.·
Oder
ein anderes Beispiel gefällig? Wir „Oldies“ gehen mit unseren „Kids“ zur „Highnoonprimetime" in ein recht einladend wirkendes
Lokal, wo wir z. B. Rinderbrühe mit Pfannkuchenstreifen bestellen.
Es
wäre an der Zeit, wieder vermehrt auf eine gepflegte deutsche Sprache Wert zu
legen und diese den Kindern mit auf ihren Lebensweg zu geben!
Wer
unbedacht ein Fremdwort wählt und deutsches Wort für ihn nicht zählt,
wer
Primetime sagt statt Hauptprogramm, scheint auf dem Weg zum Ami- Wahn,
wer happy
sagt und glücklich meint und sunshine, wenn die Sonne
scheint,
wer hot
gebraucht anstelle heiß, Know-how benutzt. wenn er was weiß,
wer sich
mit sorry kühl verneigt und Shows abzieht, wenn er was zeigt,
wer
Shopping geht statt einzukaufen und Jogging sagt zum Dauerlaufen,
wer Kids
gar unsere Kinder nennt, Madonna besser als Herrn Goethe kennt,
der ist
zwar „in“ doch merkt zu spät, dass er kein Wort mehr Deutsch versteht!
Ich bin
nun wirklich kein Purist, doch unser Englischfimmel ist ein übertriebenes
Gehabe
und
grenzt bereits an Selbstaufgabe.
Nehmt
„Mountainbike“ zum Beispiel nur, von Sinn seh' ich da
keine Spur.
Warum
will es denn niemand wagen, kurz „Bergrad“ auf gut deutsch zu sagen?
Ende
Zitat BKK-Nachrichten.
Auch
dem ist erst einmal nichts hinzuzufügen. Vielen Dank an die Redaktion der Bad
Kleinkirchheimer Nachrichten für diese deutlichen Worte.
Sprachexperten der EU
Die Europäische Union
will den „Alltagsrassismus in der Sprache“
stärker mit Verordnungen und Gesetzen regeln. Verboten werden sollen Werbeaussagen wie etwa „weißer als weiß“ oder
Begriffe wie „Schwarzmarkt“, „polnische Wirtschaft“ oder „Rechtshänder“.
Es sind nach
Auffassung der EU-Kommission typische Begriffe, die entweder politisch nicht
korrekt oder gar rassistisch sind. Die Ankündigung rief in europäischen Staaten
zunächst Verwirrung hervor. Selbst in Deutschland hielt man es zuerst für einen
Scherz. Die Regierung in Nordirland (zu Großbritannien zählend) hat allerdings
sofort reagiert und beispielsweise den Begriff „black
day“ (schwarzer Tag) in allen amtlichen Mitteilungen
untersagt.
Wer hinter
Rechtshänder etwas Böses vermutet, wer Schwarzmärkte und polnische Wirtschaften
/ Verhältnisse verleugnet, dem ist nicht mehr zu helfen und der sollte sich
nicht etwa zum Linkshänder umgewöhnen, um politisch korrekt dazustehen, sondern sollte sich eher in die
Klapsmühle einliefern lassen. Aber so kennt man die EU. Ein Club von … .
Was ist eine „Performance“?
Performance
- list man doch überall, ist doch auch so ein tolles, englisches Wort. Erkennen
Sie wirklich den Hintergrund der folgenden Aussage? „Es war rückblickend
betrachtet eine gute Performance!“
Performance
steht im englischen für Vorführung / Darbietung, aber auch für Leistung und
genauso auch noch für die Kursentwicklung von Wertpapieren.
War
es in unserem Beispiel nun eine gute Vorstellung, eine gute Leistung oder eine
gute Kursentwicklung? Mit DEUTSCH hat man diese Probleme des Rätselratens
nicht. Denn Deutsch kennt für unterschiedliche Dinge und Bezeichnungen eben
auch unterschiedliche Worte, dies ist eine gute Leistung der Deutschen Sprache
und eben keine Performance.
Anglizismen können auch beleidigen !
Die
Unsitte, unsere deutsche Muttersprache mit Anglizismen zu vermischen, ist eine
Kulturschande. Fernsehen, Werbung, Handel und Industrie sind die Oberpanscher.
So manche englisch klingenden Laute sind dabei nahezu peinlich und lächerlich.
„Backshop“ zum Beispiel entlockt jedem Angelsachsen nur ein amüsiertes
Schmunzeln. Ja würden Sie nicht schmunzeln, wenn in England eine Bäckerei mit
„Hintertürladen“ bezeichnet wird. Fast schon beleidigend. Es kommt noch
schlimmer. In Grenzregionen zu Frankreich kaufen auch viele Franzosen in
Deutschland ein. Ihnen prangen dann Plakate mit der Aufschrift „Sale“ entgegen.
Auf Französisch bedeutet „sale“ schmutzig. Schöne
Begrüßung. Die Nachplapperer finden das auch noch „cool“, obwohl dieser Sommer
alles andere als kühl ist.
Übrigens:
Anglizismen existieren leide schon seit langem bei uns. Der Abend- /Galaanzug
„Smoking“ ist auch so ein Begriff. Hören Engländer das Wort, denken die das
Rauchen erlaubt ist. „dinner jacket“
oder „tuxedo“ (gesprochen: taxido)
sind im englischsprachigen Raum die Bezeichnungen für den besonderen
Herrenanzug. Denglisch pur und das schon nahezu unbemerkt seit vielen Jahren.
JKS - Terra-Kurier / 2006 - 12.2011
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