(Melodie läuft im Hintergrund als MIDI-Datei)
Das Deutschlandlied, auch Lied der
Deutschen oder sehr selten auch Hoffmann-Haydn’sches Lied genannt,
wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 auf der
Insel Helgoland gedichtet. Joseph Haydn hat die Melodie komponiert. Die dritte
Strophe des Deutschlandlieds gilt heute als die Nationalhymne Deutschlands.
Das Lied wurde am 5. Oktober
Das Lied wurde 1922 Nationalhymne des
Deutschen Reiches. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde zu
offiziellen Anlässen nur noch die dritte Strophe gesungen. Nach der
Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik 1990 wurde die dritte Strophe des Deutschlandliedes
in einem Briefwechsel des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker
mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl zur offiziellen Nationalhymne
erneut bestätigt.
Als Hoffmann von Fallersleben den Liedtext
1841 verfasste, bestand Deutschland aus vielen größeren und kleineren Staaten,
deren Herrscher sich zwar 1815, neun Jahre nach Auflösung des mittelalterlichen
heiligen römischen Reiches deutscher Nation, wieder zu einem lockeren Bund der
deutschen Staaten, dem Deutschen Bund zusammengeschlossen hatten, aber
ansonsten auf der Souveränität ihrer Territorien beharrten. Die weit
verbreitete Sehnsucht der Menschen nach wirklicher nationaler Einheit drückte
Fallersleben mit dem Eingangsvers aus: „Deutschland, Deutschland über alles“
(daher: Deutschlandlied). Damit war gemeint, dass das Ziel der Einheit
Deutschlands, d. h. aller deutschsprachigen Gebiete, gegenüber allen anderen
politischen Zielen Vorrang haben sollte. In dieser Zeit waren die Überwindung
der staatlichen Zersplitterung und die nationale Einigung, die Ziele der
liberalen Opposition - verbunden mit dem Wunsch nach Überwindung der absoluten
Fürstenherrschaft, nach Volkssouveränität, politischer Freiheit und
Selbstbestimmung. Daher wird in den anderen Strophen die Freiheit und
Brüderlichkeit der Deutschen und das Recht im Sinne der Rechtsstaatlichkeit
beschworen.
Das ursprünglich besungene „Deutschland“ wird
durch den Vers „Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den
Belt“ geographisch umgrenzt. Von den genannten vier Gewässern (drei Flüsse
und eine Meerenge) markierten zwei Grenzen des Deutschen Bundes: die Maas
die Westgrenze des Fürstentums Limburg, die Etsch fließt durch Südtirol.
Die beiden anderen Gewässer begrenzten Territorien, die nicht zum Deutschen
Bund gehörten, aber von der Deutschen Nationalbewegung für ein zu schaffendes
Deutschland beansprucht wurden: der Belt lag auf Höhe der Nordgrenze des
Herzogtums Schleswig, die Memel war die Nordostgrenze der preußischen
Provinz Preußen zu Litauen. Die deutsche Sprachgrenze dagegen war nicht so
deutlich umrissen, am ehesten noch in Südtirol. Zum Niederländischen bestanden
damals an der Maas (wie überall) nur fließende Übergänge, im Norden war
das Dänische weiter südlich verbreitet als heute und entlang der Memel
wurde noch mehrheitlich litauisch gesprochen.
Der Text der Hymne bzw. des gesamtes Liedes
(nochmaliger Hinweis: Ausschließlich die
dritte Strophe ist heute die gültige Deutsche Nationalhymne.)
1. 2.
Deutschland, Deutschland über alles, Deutsche
Frauen, deutsche Treue,
über alles in der Welt, Deutscher
Wein und deutscher Sang.
wenn es stets zu Schutz und Trutze Sollen
in der Welt behalten
brüderlich zusammenhält ihren
alten schönen Klang,
von der Maas bis an die Memel, uns
zu edler Tat begeistern,
von der Etsch bis an den Belt. unser
ganzes Leben lang.
Deutschland, Deutschland über alles, Deutsche
Frauen, deutsche Treue,
über alles in der Welt! Deutscher
Wein und deutscher Sang!
3.
Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand; Was
ist ein Unterpfand ?:
Blüh’ im Glanze dieses Glückes, Der
Begriff Unterpfand bezeichnet einen Wert oder Gegenstand, der eine Forderung
absichert, so wie bei dem Pfand.
Blühe, deutsches Vaterland! Einem
Unterpfand wird jedoch, im Vergleich zu einem normalen Pfand, ein wichtigerer,
fundamentaler Wert
zugesprochen.
So bezeichnen beispielsweise in der Deutschen Nationalhymne die Werte
„Einigkeit und Recht und
Freiheit“
die fundamentale Sicherung, also das Unterpfand, für Glück und Wohlergehen.
Eine verbreitete Legende (speziell unter
„professionellen Vergangenheitsbewältigern“ und „systemgläubigen Gutmenschen“)
besagt, das Singen der ersten und zweiten Strophe des Deutschlandliedes sei
verboten. Das trifft nicht zu.
Allerdings bildet nur die dritte Strophe die Nationalhymne der Bundesrepublik
Deutschland.
Geschichtlicher Hintergrund:
Als 1871 das kleindeutsche Kaiserreich
entstand, wurde das Lied Heil dir
im Siegerkranz zur Nationalhymne
(Kaiserhymne); die Melodie entsprach der englischen Nationalhymne God Save
the King / Queen. Beim Volk war zu dieser Zeit – neben dem
Fallersleben-Lied – auch das Lied Die Wacht am Rhein als Hymne beliebt.
Keine der beiden Hymnen war allerdings beschlossen, es gab keine offizielle
Nationalhymne.
Erst in der Weimarer Republik wurde das Lied
der Deutschen am 11. August 1922 zur Nationalhymne und blieb es auch im
Dritten Reich. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verboten die
Militärregierungen der Alliierten das Deutschlandlied mit allen drei Strophen.
Später wurde dieses Verbot nach Gründung der Bundesrepublik aufgehoben.
Bundesrepublik Deutschland
Während die schwarz-rot-goldene Bundesflagge
1949 als nationales Symbol der Bundesrepublik Deutschland in Artikel 22 des
Grundgesetzes festgeschrieben ist, wurde das Lied der Deutschen
lediglich aufgrund von Absprachen zwischen Bundespräsident und Bundesregierung
als Nationalhymne angenommen. Bei der Republikgründung legte man sich zunächst
auf keine Nationalhymne fest.
Erst ein Brief von Bundeskanzler Konrad
Adenauer an Heuss im April/Mai 1952 mit dem Vorschlag, „das
Hoffmann-Haydn’sche Lied“ als Nationalhymne anzuerkennen und bei
staatlichen Veranstaltungen die dritte Strophe zu singen, und Heuss’
zustimmende Antwort erhoben das Lied der Deutschen de facto zur
Nationalhymne.
Die Nationalhymne der Bundesrepublik
Deutschland wurde also nicht durch Gesetz oder parlamentarische Abstimmung
beschlossen. Allerdings wurde der Briefwechsel zwischen Heuss und Adenauer
offiziell veröffentlicht (Amtsblatt). Damit war das „Lied der Deutschen“ mit
allen Strophen als Nationalhymne festgelegt, jedoch mit der Maßgabe, dass bei
offiziellen Anlässen ausschließlich die dritte Strophe zu singen sei. Nach der
Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik 1990 wurde die dritte Strophe des Deutschlandliedes
in einem Briefwechsel (analog
dem 1952er Vorbild der Herren Heuss / Adenauer) des
damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, mit dem damaligen
Bundeskanzler Helmut Kohl zur offiziellen Nationalhymne erneut bestätigt.
Internetz-Verknüpfung zum Thema:
http://www.bundesregierung.de/nn_774/Content/DE/StatischeSeiten/Breg/geschichte-und-entstehung-des-deutschlandliedes.html
Hinweis
zum richtigen Verhalten
Wenn
bei offiziellen Anlässen und Sportveranstaltungen (z. B.: Fußball-WM) die
Nationalhymne gespielt wird, gebieten es Ehre und Anstand sich von seinem
Sitzplatz zu erheben und nach Möglichkeit den Text in mäßiger Lautstärke
mitzusingen. Dies gilt auch dann, wenn der Sitznachbar links und / oder rechts
dies nicht mitmacht. Man bekundet damit stolz die Zugehörigkeit zu seinem
Land. Dies ist weder peinlich noch dumm, in allen anderen Staaten der Welt wird
dies genauso praktiziert und nirgends auf der Welt wird man dafür von anderen
Staatsbürgern verhöhnt – auch bei uns nicht.
Das
in Frage stellen und die Diskussion zum Sinn einer Hymne, stellen
eine Diskreditierung des Deutschlandliedes und seines Dichters dar. Auch das
Absingen in einer anderen Sprache ist vollkommener Schwachsinn und entspringt
nur kranken Gehirnen.
August
Heinrich Hoffmann von Fallersleben war zu seiner Zeit jahrelang auf der Flucht.
Als damaliger Verfechter für einen liberalen, bürgerlichen Staat, der die
deutschen Kleinstaaten überwinden sollte, war er dem Staat Preußen ein Dorn im
Auge. Das von ihm verfasste Lied der Deutschen erregte in höchstem Maß die reaktionäre,
preußische Obrigkeit, die damals an der Kleinstaaterei festhalten wollte.
Besonders die erste Strophe missfiel den Preußen, da sie sich mit dem Ideal
eines vereinten Deutschlands beschäftigte und somit die Herrschaft einzelner
Fürsten in Frage stellte. Diese Einigkeit Deutschlands stellte August Heinrich
Hoffmann von Fallersleben über alles in der Welt. Hoffmann von Fallersleben wurde deshalb ausgebürgert und war somit auf
der Flucht.
Vor
diesem historischen Hintergrund sollte die Entscheidung, heute nur noch die
dritte Strophe als Hymne gelten zu lassen, unbedingt mal überdacht werden. Wer
aber selbst noch die dritte Strophe ablehnt, hat entweder keine Ahnung von
geschichtlichen Zusammenhängen oder will damit eine Diskussion anstoßen, um
diese für eigene ideologische Zwecke zu missbrauchen. Doch dafür ist die Hymne
nicht gedacht.
Nationalstolz bei
Fußballveranstaltungen ?
Viele der Deutschlandhasser in
unserem Lande, also viele Vaterlandsverräter, die meist noch von staatlichen
Leistungen leben und noch niemals etwas wirklich vernünftiges Zustande gebracht
haben, beklagen angesichts des bunten Deutschlandfahnenmeeres an Autos und
Balkonbrüstungen einen „wieder aufflammenden“ Nationalismus. Viele der
Politversagen in den Landtagen und im Bundestag stimmen darin ein und einige
fordern gar, dass man vor diesem möglichen Hintergrund der „Gefahr“ durch ein
Flaggenverbot begegnen sollte.
Selbst wenn tatsächlich durch das
Spazierenfahren von Flaggen Nationalstolz präsentiert werden sollte ist dies
nichts Verwerfliches. In anderen Ländern ist dies normal und selbstverständlich
und niemand beklagt dort diese Feierlaune der Bevölkerung. Nur bei uns gibt es
zu viele „Gutmenschen“, die dabei auch noch zu viele öffentliche Auftritte
kostenlos in den vom Steuerzahler finanzierten Medien erhalten und darüber ihre
kranken Meinungen äußern dürfen.
Angesichts dieser Diskussion um einen
eventuell neu entfachten Nationalstolz in Deutschland fällt mir
eigentlich nur ein, dass unsere Politversager wahrscheinlich nur „die Hosen
voll haben“ und damit rechnen bald aus dem Parlament und aus dem Land gejagt zu
werden. Sollte das Schwarz-Rot-Goldene-Flaggenmeer an den Schauplätzen der
Fußball-WM tatsächlich ein anhaltendes Nationalbewusstsein der Deutschen
geweckt haben, ist das nur zu begrüßen. In anderen Ländern werden
dabei keine negativen Darstellungen zum Patriotismus entfacht.
Patriotismus hat ja auch mit
Geschichte zu tun, mit Freiheitskampf über Jahrhunderte hinweg. Mit Menschen
die sich für Volk und Vaterland aufopferten, Menschen die bereit waren sich für
die Zukunft einzusetzen. Deutsch sein, Nationalstolz, Vaterlandsliebe – das ist
etwas, dass mit Heimat, Anständigkeit, Aufrichtigkeit und Ruhm und Ehre zu tun
hat. Also mit Begriffen, die unseren Politikern bekanntlich sowieso fremd sind.
Deutsch sein, Nationalstolz, Vaterlandsliebe – das ist etwas, dass uns alle wie
ein unsichtbares Band verbindet und zum Beispiel in der gemeinsamen
Muttersprache und in einer gemeinsamen Geschichte vereint. Das sind Werte, die
mit Raffgier, Korruption und Machtbesessenheit nicht zu tun haben – also
unseren Politikern deshalb auch unverständlich bleiben. Werte die diese Damen
und Herren nicht einmal erahnen.
Wobei anzumerken ist, dass die bunten Fähnlein auf den Straßen und
an den Autos nach den Fußballveranstaltungen dann auch schnell wieder
verschwunden sind. Also wirklich ein Aufflackern? Ein Strohfeuer? Nationales
Denken überkommt die Bevölkerung scheinbar nur bei Fußballspielen. Ich empfand
die Begeisterung dann auch allerdings mehr als den Karneval einer
Spaßgesellschaft. Ein Karneval, der sofort beendet ist, wenn die bunt inszenierten
Spiele wieder zu Ende sind und der Alltag zurückehrt. Niemand dieser
manipulierten Fahnenträger trägt auch nur die Spur eines echten
Vaterlandsstolzes in sich. Auch das ist leider die bittere Wahrheit. Altkanzler Helmut Kohl sagte einmal:
„Die Deutschen sind ein krankes Volk.“ Dann ging er fort und erklärte nichts
Weiteres dazu. Er hätte auch sagen können, „ein krankgemachtes Volk“.
JKS / 2006 - 2010